Hausen
Lärmschutzwände unerwünscht – Hauptstrasse erhält lärmarmen Belag

Der Bau von Schallschutzwänden oder die Einführung von Tempo 30 sind kein Thema für die Ortsdurchfahrt in Hausen. Dafür soll nun der Strassenbelag erneuert werden.

Michael Hunziker
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Auf dem Abschnitt Nord soll die Hauptstrasse in den nächsten drei Jahren saniert werden.

Auf dem Abschnitt Nord soll die Hauptstrasse in den nächsten drei Jahren saniert werden.

Michael Hunziker

Hoch kann der Geräuschpegel sein entlang der Hauptstrasse sowie im Bereich von Holzgasse und Tannhübelstrasse in Hausen. Zu hoch. Geplant ist deshalb ein Lärmsanierungsprojekt gemäss den Vorgaben des Umweltschutzgesetzes und der Lärmschutzverordnung.

Als «Massnahme an der Quelle» vorgesehen ist laut Projektbeschrieb in den nächsten drei Jahren, den bestehenden Strassenbelag der Hauptstrasse Nord auf einer Länge von rund 550 Metern – ab Einmündung Werkhofstrasse bis Einmündung Unterdorfstrasse – durch einen lärmarmen Belag zu ersetzen. Dank diesem Schritt können die Lärmemissionen um einen Schallpegel bis zu 3 dBA reduziert werden.

Die Eigentümer beteiligen sich an den Kosten

Die restlichen Abschnitte der Hauptstrasse Dorfmitte und Süd sollen ebenfalls erneuert werden auf einer Gesamtlänge von rund 1180 Metern. Der Zeitpunkt ist aber zurzeit noch offen, der Sanierungshorizont beträgt fünf bis sieben Jahre.

Lärmschutzwände sind primär aus siedlungsgestalterischen Gründen unerwünscht, ist im Projektbeschrieb festgehalten. Auch von der Einführung von Tempo 30 wird auf der sehr langen, geraden und übersichtlichen Hauptstrasse abgesehen. Mit Ausnahme der Hauptstrasse bestehen in der Gemeinde bereits flächendeckend Tempo-30-Zonen.

Bei verschiedenen Liegenschaften, zeigte die Ermittlung der Belastung, verbleiben auch mit den vorgesehenen Sanierungsmassnahmen Überschreitungen der Immissionsgrenzwerte. Bei sieben Gebäuden ist der Einbau von Schallschutzfenstern sowie in Schlafräumen von Schalldämmlüftern subventionsfähig. Die Kosten der Lärmsanierung – exklusive Belagserneuerung – werden anteilmässig von Bund, Gemeinde und Eigentümer getragen. Letztere haben rund 40'000 Franken zu übernehmen. Realisiert werden sollen die Schallschutzmassnahmen an den Gebäuden nach dem Genehmigungsverfahren und der Beitragszusicherung durch den Bund von 2020 bis 2022.

Die Unterlagen zum Strassenlärm-Sanierungsprojekt liegen bis 25. Mai öffentlich auf, können auf der Website der Gemeinde heruntergeladen oder auf Voranmeldung auf der Gemeindeverwaltung eingesehen werden.

Informationsveranstaltung musste verschoben werden

Neben der Aufwertung der Ortsdurchfahrt sind in Hausen aktuell auch die Gestaltung des Fuss- und Veloverkehrsnetzes oder das Verkehrsmanagement ein Thema. Denn im Rahmen der Revision der Nutzungsplanung wird ein Kommunaler Gesamtplan Verkehr erarbeitet. Dieses Planungsinstrument zeigt die verkehrsplanerischen Absichten der Gemeinde in den nächsten 15 bis 20 Jahren auf. Die für den 23. April geplante Informations- und Mitwirkungsveranstaltung sowie die Auflage mussten wegen der Coronakrise allerdings verschoben werden. Das Datum wird später bekanntgegeben.

Der Planungsverband Brugg Regio begrüsst in seiner Stellungnahme, dass der Kommunale Gesamtplan Verkehr stimmige, attraktive Strassenräume sowie die Verkehrssicherheit als Ziele nennt und ein Betriebs- und Gestaltungskonzept für die Hauptstrasse vorschlägt. Bei den Ausführungen zu den Fuss- und Veloverkehrsachsen nimmt Brugg Regio positiv zur Kenntnis, dass in den Zielsetzungen unter dem Schlagwort «Verkehrsmittelwahl» nicht nur die Wege innerhalb der Gemeinde, sondern auch innerhalb der Agglomeration genannt sind. Des Weiteren begrüsst der Verband, dass die Förderung umweltfreundlicher Mobilitätsarten erwähnt ist. Für das Controlling gemeindeübergreifender Massnahmen mit regionaler Bedeutung – Buslinien, durchgehende Fuss- und Velorouten – sei ein regelmässiger Austausch mit den betroffenen Gemeinden unumgänglich.

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