Jahrelang verhüllte eine schwarze Blache ein Haus, das in Brugg fast jeder kennt: der Rundbau beim Bahnhof. Im Herbst dieses Jahres wurde die Verhüllung mit dem auffälligen Schriftzug «Wow» entfernt – zum Vorschein kam ein Bau, dessen lichtdurchflutetes Atrium beim Betreten automatisch zum Ausruf «Wow» verleitet.

Ende September wurde das rundum sanierte und erneuerte Gebäude eröffnet; im Oktober zog die neue Geschäftsleiterin des Technoparks Aargau ein. Christina Loosli Thoenens Büro ist gross und lässt – dank grosser Fenster – ungehindert Licht und Sonne herein.

«Das wäre doch etwas für mich»

Nicht der Wow-Bau hat Christina Loosli nach Brugg gelockt, sondern die neue Aufgabe im Technopark Aargau. Durch ein Inserat wurde sie auf die mit 60 Prozent dotierte Stelle aufmerksam.

«Das wäre doch etwas für mich», habe sie spontan gedacht, sagt Christina Loosli Thoenen und fügt – als ob sie geahnt hätte, was ihr Gegenüber sogleich fragen wird – hinzu: «Die anderen 40 Prozent sind für die Fachhochschule Nordwestschweiz reserviert.»

Konkret: Im Team Innovationsmanagement des Instituts für Unternehmensführung. Dort ist sie zuständig für die Ausbildung im Bereich Entrepreneurship. Dank dieser Doppelfunktion erhofft sich Christina Loosli erst recht Synergien zwischen dem Technopark Aargau und der Fachhochschule (siehe Box).

Wie bringt sie es fertig, die beiden komplett unterschiedlichen Aufgaben zu vereinen? «Es ist alles eine Sache der Organisation», sagt Christina Loosli mit einem Lächeln.

Vielfältige berufliche Laufbahn

Unternehmerisches Denken, eigenverantwortliches Handeln sowie Zusammenbringen – das sind Stichworte, die sich wie ein roter Faden durch das Gespräch mit Christina Loosli schlängeln. Sie hat ihre Wurzeln im Baselbiet, hat zum Aargau aber durchaus einen Bezug: Ihre Grosseltern unterrichteten an der Kantonsschule Aarau.

Christina Looslis berufliche Laufbahn ist vielfältig und hat die studierte Geologin unter anderem in leitende Stellungen der Finanzversicherungswirtschaft geführt. Geologin? Christina Loosli lächelt: «Ich habe schon als Kind gerne Bächli gestaut.»

Und weiter: «Eine Geologin muss fast vierdimensional alles zusammenbringen können.» Das muss sie auch bei ihrer jetzigen Tätigkeit im Technopark Aargau, wenngleich nicht vierdimensional.

Es reizt sie, «Jungunternehmer mit Ideen an den Markt zu bringen, ihnen das Technopark-Netzwerk und die Infrastruktur zur Verfügung zu stellen». Der Kanton Aargau sei für Firmen im technikwissenschaftlichen sowie im Nano- und Energiebereich prädestiniert, sagt Loosli.

Spricht die neue Geschäftsführerin vom Technopark Aargau, fallen die Worte «Begegnungsort» und «Networking-Haus» häufig. Networken heisse kommunizieren – auch mündlich. «Trotz Internet: Es ist immer gut, wenn man fragt», betont Christina Loosli.

«Langweilig wird es mir nicht»

Wiewohl sie hauptsächlich in Brugg arbeitet, ist Christina Loosli auch regelmässig in Unterwindisch anzutreffen.

Gibt es Unterschiede zwischen den beiden Technopark-Standorten? «Ja. Im Standort Windisch wird eher fabriziert oder hergestellt; der Standort Brugg eignet sich wegen seiner zentralen Lage beim Bahnhof und in Campus-Nähe eher für Firmen mit Kundenkontakt.»

Genau wie für den Standort in Windisch wünscht sich Christina Loosli Thoenen auch für jenen in Brugg «ein volles Haus».

Eines, das voller Jungunternehmen steckt, die sich durch gezielte Unterstützungs- und Fördermassnahmen erfolgreich am Markt behaupten können. Die Aufgaben für die Geschäftsführerin sind jedenfalls an- und aufregend. Dergestalt, dass Christina Loosli Thoenen weiss: «Langweilig wird es mir bestimmt nicht.»