Bezirk Brugg

Langjährige Gemeindeammänner lassen sich nicht wiederwählen

Stellen sich der Wiederwahl nicht mehr: Peter Plüss (Bözberg), Jakob «Schebi» Baumann (Villigen), Markus Büttikofer (Birr, von links).

Stellen sich der Wiederwahl nicht mehr: Peter Plüss (Bözberg), Jakob «Schebi» Baumann (Villigen), Markus Büttikofer (Birr, von links).

Welche Gemeindeammänner stellen sich im Bezirk Brugg der Wiederwahl? Die az hat nachgefragt.

Im Bezirk Brugg ist der Fall – fast überall – klar: Knapp zwei Drittel der Gemeindeammänner möchten weiterhin an der Spitze ihrer Gemeinde stehen und treten wieder an bei den Gesamterneuerungswahlen in diesem Jahr.

Es kommt aber auch zu gewichtigen Abgängen. In Villigen hat Jakob «Schebi» Baumann schon vor vier Jahren angekündigt, dass dies seine letzte Amtsperiode sein wird. «Man soll aufhören, wenn es am Schönsten ist», sagt er scherzhaft und fügt an: «Spass beiseite: 15 Jahre sind eine lange Zeit und ich habe viele Projekte begleiten und abschliessen dürfen.» Für das Amt als Gemeindeammann hat übrigens der bisherige Gemeinderat René Probst seine Ambitionen angemeldet.

Auch Markus Büttikofer in Birr hat bereits 2013 den Entschluss gefasst, dass Ende Jahr «genug ist». Als Nachfolger steht der bisherige Gemeinderat René Grütter in den Startlöchern.

Die Spitzenreiter der amtsältesten Gemeindeammänner.

In Bözberg tritt Peter Plüss kürzer. «Die Zeit ist reif», stellt er fest. Frische Kräfte mit neuen Ideen, ergänzt er, seien nie schlecht. Plüss war insgesamt 20 Jahre lang Mitglied des Gemeinderats und amtete 10 Jahre lang als Gemeindeammann, davon – vor der Gemeindefusion – 5 Jahre in Unterbözberg. Zu seiner Nachfolge kann er noch nichts sagen. Die Abklärungen laufen, die Bevölkerung soll demnächst informiert werden.

«Frischer Wind hat noch nie geschadet», sagt ebenfalls der Brugger Stadtammann Daniel Moser. Er kündigte schon bei seiner Kandidatur an, dass er insgesamt nur für zwei Amtsperioden zur Verfügung stehen wird. Und er hält Wort. Er wolle kein Sesselkleber sein, führte er gegenüber dieser Zeitung im Januar aus.

Gelungene Fusion ist Motivation

Ein weiteres Urgestein, Richard Plüss, tritt zwar nach 13 Jahren als Gemeindeammann in Lupfig nicht ab von der politischen Bühne. Nach der Fusion mit Scherz auf Anfang 2018 steht er aber der neuen, um einen Schlag um rund 650 Einwohner grösseren Gemeinde vor. Der gelungene Zusammenschluss sei für ihn eine neue Herausforderung, stellt er fest. «Es ist wichtig, dass jetzt ein Gemeinderat mehrheitlich mit Personen besetzt werden kann, die an der Fusion mitwirkten und dadurch vertiefte Kenntnisse über beide Gemeinden haben.»

Mit Cordula Soland, Remigen, sowie Marianne Möckli, Villnachern, treten zwei Frauen kürzer. Erstere bezeichnet das Ende der Amtsperiode als den genau richtigen Zeitpunkt für ihren Rücktritt. Marianne Möckli stellt sich nicht mehr zur Verfügung als Gemeindeammann, jedoch weiterhin als Gemeinderätin. «Die gewonnene Zeit möchte ich für meinen Mann, meine Familie und mein Grosskind nutzen.»

Es ist die Freude am Amt

Auf die Frage, warum sie wieder antreten, haben viele Gemeindeammänner die gleiche Antwort: Das Amt und die Herausforderung mache nach wie vor Freude, heisst es beispielsweise bei Heidi Ammon in Windisch genauso wie bei Ulrich Salm in Veltheim oder bei Karl Läuchli in Rüfenach. René Birrfelder weist auf den Slogan seiner Gemeinde hin: «Mönthal läbenswert». Nach seiner Überzeugung lohnt sich der Einsatz auch für eine kleine Gemeinde, um den eingeschlagenen Weg weiter zu gestalten.

Lukas Erne in Mandach, Eugen Bless in Hausen oder Urs Leuthard in Schinznach erwähnen anstehende, interessante Projekte, die sie auch künftig gerne begleiten möchten. Dass die Kontinuität wichtig und sinnvoll ist, finden ebenfalls Hansedi Suter in Habsburg, Ueli Graf in Mülligen sowie Ueli Müller in Riniken.

Robert Schmid in Bözen, Andreas Thommen in Effingen oder Giovanni Carau in Elfingen wiederum nennen als weitere Gründe, die sie zu einer erneuten Kandidatur bewogen haben, die positive Stimmung in der Behörde sowie die erfreuliche Zusammenarbeit mit der motivierten Verwaltung.

Vakanz besteht in Schinznach-Bad

Noch nicht in die Karten blicken lässt sich Roland Frauchiger in Thalheim. «Unsere Wahlversammlung findet am 21. Oktober statt», hält er fest. «Die Mitglieder unseres Gemeinderats werden ihre Kandidaturen und Demissionen erst später gemeinsam bekannt geben.»

In Schinznach-Bad ist der Posten als Gemeindeammann derzeit vakant. Anfang März wurde mitgeteilt, dass Oliver Gerlinger aus gesundheitlichen Gründen per sofort zurücktritt. Interessenten für die Nachfolge stehen noch keine fest, sagt die Gemeindekanzlei auf Anfrage. Die Gesamterneuerungswahlen finden am 24. September statt. Auch in Auenstein, wurde Anfang März bekannt, legte Gemeindeammann Reto Krättli sein Amt aus gesundheitlichen Gründen nieder. Die Gesamterneuerungswahlen werden am 21. Mai durchgeführt. Die Gemeindeammann- und Vizeammannwahlen finden allerdings erst am 24. September statt. Kandidaturen sind gemäss Gemeindekanzlei somit noch nicht bekannt. Nicht geantwortet auf die Frage, ob sie wieder antritt, hat Ursula Berger in Birrhard.

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