Brugg-Windisch
Langfinger begeistert von SP-Bänkli: Sechs Stück sind bereits verschwunden

14 leuchtend rote Sitzbänke hat die SP auf dem Campus-Platz in Brugg-Windisch aufgestellt – übrig sind noch 8 Stück. Es wird vermutet, dass sie von Dieben geklaut wurden. Die Partei nimmt den Diebstahl mit Humor.

Michael Hunziker
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Nicht zu übersehen sind die verbliebenen, leuchtend roten SP-Bänkli auf dem Campus-Platz. mhu

Nicht zu übersehen sind die verbliebenen, leuchtend roten SP-Bänkli auf dem Campus-Platz. mhu

Die Idee der SP hat offenbar nicht nur die Partei selber, sondern auch die Langfinger begeistert: Im Hinblick auf die Einwohnerratswahlen sind vor knapp zwei Wochen auf dem Campus-Platz in Brugg-Windisch Sitzbänke aufgestellt worden. Diese hätten nach Abschluss des Wahlkampfs, so das Ziel, versteigert werden sollen.

Sechs Stück sind verschwunden

Insgesamt 14 leuchtend rote SP-Bänkli – versehen mit einem weisen Spruch – waren es zu Beginn, mittlerweile sind noch 8 Stück übrig. Vor allem die kleineren und damit leichteren Exemplare scheinen beliebt zu sein, sagt der Windischer Einwohnerrat und «SP-Bänkler» Matthias Zehnder.

Wie die Bänkli verschwunden sind, wer sie mitgenommen hat, darüber kann Zehnder nur rätseln.

«Vielleicht stehen sie jetzt auf dem Sitzplatz in einem Garten, vielleicht in einer WG, vielleicht in einem Jugendtreff.» Die Parteimitglieder jedenfalls hätten Ausschau gehalten – ohne Erfolg. «Wir wissen nicht, was passiert ist. Gefunden haben wir nichts.»

Zwar sei es natürlich nicht das Ziel der SP gewesen, dass ihr Kunstwerk einfach so geschmälert werde. Trotzdem: «Für uns ist das Ganze nicht allzu tragisch», betont Zehnder. «Solange die Bänkli nicht mutwillig zerstört werden und weiterhin ihren Verwendungszweck finden, sind wir froh und nehmen es mit Humor.»

Mehr noch: Die Partei ruft die Bevölkerung dazu auf, Beobachtungen zu melden. Gesucht sind die besten Geschichten. «Wer hat eine rote Bank beim Nachbar im Garten gesehen? Wie ist sie dort hingekommen?», lauten mögliche Fragen.

Mit einem Augenzwinkern schiebt die Partei nach: «Ist eine rote Bank ein echtes Volksbedürfnis? Oder fehlen in den Campusschulzimmern nicht nur die Abfalleimer, sondern auch die Sitzgelegenheiten? Haben andere Hochschulen Bedarf an Demokratie- und Diskussionsgrundlagen?»

Für Farbe auf Campus-Platz

Einwohnerrat Zehnder macht auf die Vorgeschichte aufmerksam: Ursprünglich sei die Kunst am Bau beim Campus ein Thema gewesen, schliesslich seien daraus die Pläne für die Kunstinstallation mit Bänkli auf dem Platz entstanden – nicht nur, um das Areal zu beleben, sondern auch, weil dort die Farbe fehle, so der Einwohnerrat.

Die SP ist gespannt, wie es weitergeht, ob Hinweise zum Verschwinden eingehen oder ob die Bänkli allenfalls sogar fest installiert werden können. Fest steht: Auf ihr Kunstwerk hat die Partei laut Zehnder schon viele positive Reaktionen erhalten. «Sowohl die Farbe als auch die Sprüche kommen gut an.»

Haben Sie Beobachtungen zum Verschwinden der SP-Bänkli gemacht? Melden Sie sich bei uns unter online@azmedien.ch