Beim Grossprojekt «Akkord» in Brugg löst eine Baustelle die andere ab. Nachdem der Neubau des Pflegezentrums Süssbach bezogen worden ist, wird nun das Alterszentrum-Hochhaus an der Fröhlichstrasse bis auf die Betonstützen und Decken rück- und in der Folge umgebaut (die az berichtete). Die 54 Alterswohnungen, die bis im Mai 2018 im Hochhaus K realisiert werden, sind für die Bewohner der benachbarten Alterswohnungen, die später abgerissen werden, reserviert. Was im Hochhaus frei bleibt, wird dann an Dritte vermietet.

Insgesamt werden 105 Alterswohnungen gebaut. 51 davon entstehen mit dem Neubau der vier benachbarten Liegenschaften L bis O, die Mitte 2019 bezugsbereit sind. Die Nachfrage sei riesig, wie Livio Plüss, Verwaltungsratspräsident der Schönegg Brugg AG, auf Anfrage bestätigt. «Alleine für die 51 Wohnungen haben sich schon 270 Interessenten gemeldet», sagt er. «Alle wollen an die Fröhlichstrasse kommen. Die Lage unserer Wohnungen ist zentral. Hier findet man alles, was man im Alter braucht: Ärzte im Medizinischen Zentrum, die Apotheke und das Pflegeheim Süssbach sowie Restaurants sind in unmittelbarer Nähe.»

Hotellerie vom Süssbach

Jeder Mieter könne vom Süssbach die Dienstleistungen bestellen, die er persönlich brauche, fährt Plüss fort. Er spricht in diesem Zusammenhang von einem «à la carte»-Programm. Konkret dreht sich das frei wählbare Dienstleistungsangebot Hotellerie um die Verpflegung, Wäsche, Reinigung, Technischen Dienst und Coiffeur. So wird beispielsweise im Krankheitsfall die Mahlzeit vom Süssbach-Restaurant in die Wohnung gebracht. Der Lieferzuschlag beträgt 7 Franken. Das Wohnungsangebot richte sich im Grundsatz an selbstständige Personen ab 65 Jahren, ergänzt Liegenschaftsverwalter Heinz Pulfer. Die Wohnungen werden gemäss den Richtlinien von Procap hindernisfrei ausgebaut.

Auf der Süssbach-Website (Stand gestern 16 Uhr) heisst es: «Gerne werden dabei auch individuelle Bedürfnisse der Mieterinnen und Mieter berücksichtigt.» Was ist damit gemeint? Pulfer erklärt: «Wir nehmen auch von extern Anregungen allgemeiner Art auf, damit sich unsere Mieter wohlfühlen werden. Gebaut werden dann alle Wohnungen gleich. So gehören etwa Waschmaschine und Tumbler standardmässig zu jeder Einheit.»

Sobald aber ein Mieter auf umfassende Pflege angewiesen sei, welche die Kapazität der Spitex übersteigt, werde der Umzug in ein Pflegeheim unumgänglich, ergänzt Verwaltungsratspräsident Plüss. Das Pflegeheim selbst darf in den Alterswohnungen keine Pflege leisten. So steht es im Gesetz.

Mehr Alterswohnungen nötig

Die enorme Nachfrage nach den Alterswohnungen mit 1½, 2½ oder 3-Zimmern hat Livio Plüss gar nicht überrascht. «Es wird in der Region Brugg noch mehr Alterswohnungen geben müssen. Das ist ein wachsender Markt», sagt er. Als Mieter kommen Interessenten ab 65 Jahren infrage. Die Zahl der älteren Menschen werde in den nächsten 20 Jahren noch deutlich zunehmen, ist Plüss überzeugt. «In unseren Wohnungen werden 65- bis 100-jährige Mieter leben, auf deren Bedürfnisse wir uns einstellen werden.»

Und was passiert mit der langen Warteliste? Liegenschaftsverwalter Heinz Pulfer sagt: «Wir gehen chronologisch vor. Im letzten Quartal 2018 beginne ich, die Interessenten auf der Liste von oben nach unten zu kontaktieren und zu evaluieren, wer als Mieter infrage kommt und welche Dienstleistungen gefragt sind.» Die Liste dürfte sich dahin sowieso noch verändern.