Landwirtschaft
«Im Freiland wäre die Nässe sicher zu viel gewesen»: So geht es den Villiger Erdnüssen nach dem verregneten Sommer

In diesem Jahr hat die Max Schwarz AG erstmals versucht, die Hülsenfrucht anzubauen. Jetzt steht die Ernte bevor.

Maja Reznicek
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Zirka 100 Kilogramm Erdnüsse sollen sich aus dem Versuch ergeben.

Zirka 100 Kilogramm Erdnüsse sollen sich aus dem Versuch ergeben.

zvg

Rund um die Weihnachtszeit sind «Spanische Nüssli» kaum wegzudenken. Bevor sie in der Schweiz geknackt werden, haben die Hülsenfrüchte meist einen langen Weg hinter sich. Laut dem «Plantura»-Magazin stammen sie ursprünglich aus den mässig trockenen Zonen Südamerikas: «Die Anbaugebiete liegen heute in verschiedenen tropischen und subtropischen Zonen der Welt.»

Bald könnten Erdnüsse auch aus der Region kommen: Wie die AZ Ende Mai berichtete, unternahm die Max Schwarz AG aus Villigen 2021 einen Anbauversuch. Heute – vier Monate später – zeigen sich erste Resultate des Experiments.

Judith Meier, Produktionsleiterin Bioanbau.

Judith Meier, Produktionsleiterin Bioanbau.

Britta Gut

Etwa Mitte Oktober rechne man mit der Ernte, erklärt Produktionsleiterin Bioanbau Judith Meier. Sie fügt an:

«Der Ertrag wird voraussichtlich passabel ausfallen.»

Bisher habe man bei der Max Schwarz AG keine Erfahrung mit den Erntemengen bei Erdnüssen. «Im Internet findet man Angaben von rund 3000 Kilogramm pro Hektar in klimatisch besser geeigneten Regionen.» Mit 100 Kilogramm für die Anbaufläche von 10 Aaren, so Meier, könnten sie sicher zufrieden sein.

Erste Erkenntnisse über den Anbau wurden erzielt

Im Mai noch machte den Erdnüssen aber das kühle und wenig sonnige Wetter zu schaffen. Das seien sicher keine guten Wachstumsbedingungen für die ursprünglich aus den Anden stammende Pflanze, sagte Judith Meier damals. Auch den tiefen Temperaturen in den anschliessenden Sommermonaten mussten gemäss der Produktionsleiterin Tribut gezollt werden.

Meier führt aus:

«Die Wärme fehlte, was sich negativ auf die Befruchtung der Blüten ausgewirkt hat.»

Das Hochwasser hingegen hatte keinen Einfluss, da die Erdnüsse in Folientunneln (gedeckter Anbau) kultiviert wurden. «Im Freiland wäre die Nässe aber sicher zu viel gewesen, da hätte man wohl kaum mehr etwas ernten können», sagt die Produktionsleiterin.

Die Max Schwarz AG in Villigen wagt 2021 einen Anbauversuch mit der Hülsenfrucht.

Die Max Schwarz AG in Villigen wagt 2021 einen Anbauversuch mit der Hülsenfrucht.

zvg (26. Mai 2021)

Beim Start des Experiments hoffte die Max Schwarz AG, einerseits eine Erntemenge zu erzielen, die dann im eigenen Verkauf direkt ab Produktion abgesetzt werden kann, andererseits aber auch Erkenntnisse über den Anbau der Hülsenfrüchte zu gewinnen.

Aus den ersten Monaten zieht Meier folgende Schlüsse: «Der Anbau scheint möglich zu sein, aber für den Anbau im Freien braucht es sicher warme und nicht zu nasse Sommer.» In den Folientunneln habe das Anpflanzen – trotz der kalten Temperaturen – dahingegen recht gut funktioniert.

Aktuell scheint die Zukunft der Erdnüsse in der Region gesichert: Gemäss Produktionsleiterin Judith Meier ist es wahrscheinlich, dass der Anbau der Hülsenfrucht auch 2022 weitergeführt wird. Möglicherweise sogar auf einer zusätzlichen Fläche im Freiland.

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