100 Jahre Landesstreik

Landsturmkompanie und Dragoner: Wie sich Brugg auf den Landesstreik vorbereitete

Mit Fliegen und Krawatten: Das Brugger Streikkomitee posiert vor dem Restaurant Güterhalle. AGB/Sozialarchiv

Mit Fliegen und Krawatten: Das Brugger Streikkomitee posiert vor dem Restaurant Güterhalle. AGB/Sozialarchiv

In der Stadt Brugg formierte sich eine Bürgerwehr. In Lupfig begleiteten Dragoner die Arbeiterinnen und Arbeiter zu den Fabriken zu deren Schutz.

Als Reaktion auf die Truppenaufgebote des Bundesrats rief das Oltener Komitee bereits auf den Samstag, 9. November, in 19 Schweizer Städten zu einem Proteststreik auf. Obwohl im Aargau nur Aarau und Baden auf der Liste der zu bestreikenden Städte figurierten, wurde auch in Brugg die Arbeit in den Fabriken niedergelegt. Die Arbeitgeber akzeptierten dies.

Als jedoch ein unbefristeter Landesstreik bevorstand, bildeten sie ein Antistreikkomitee unter der Führung von Ingenieur Rudolf Wartmann. Am Sonntag, 10. November, traf sich der Brugger Stadtrat zu einer ausserordentlichen Sitzung mit dem Bezirksamtmann und dem Platz- sowie dem Kreiskommandanten und beschloss, seine Befugnisse über die Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung an den Stadtammann Jakob Riniker abzutreten, damit gegebenenfalls rasch entschieden werden konnte, ohne die gesamte Exekutive zu einer Sitzung einzuberufen.

In Brugg wurde eine Landsturmkompanie stationiert, die an neuralgischen Punkten Wachtposten unterhielt. In Lupfig hielt sich eine Schwadron Dragoner bereit. Letztere wurden eingesetzt, um die Arbeiterinnen und Arbeiter, die nicht streikten, zu den Fabriken zu geleiten. Ausserdem bildete sich in Brugg eine Bürgerwehr, die sich bereithielt, notfalls das Eigentum gegen Plünderungen zu schützen. Letztlich blieb aber alles friedlich.

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