Weil die Landschaftsgärtner beim Berufsbildungsheim Neuhof in Birr ein neues Ausbildungszentrum bauen wollen, fand erstmals in der 124-jährigen Geschichte des Unternehmerverbands der Gärtner – JardinSuisse Aargau (JSA) – eine ausserordentliche Generalversammlung statt. Mit 73 Stimmberechtigten war am Donnerstagabend knapp die Hälfte der Mitgliederbetriebe anwesend.

Der Vorstand machte den Teilnehmern klar, dass für die Ausbildung der angehenden Gärtner, Fachrichtung Garten und Landschaftsbau, die Realisierung eines neuen Bildungszentrums enorm wichtig ist. Nur so kann nach der Schliessung der Lehrwerkstätte der Gartenbauschule Niederlenz per Ende 2019 eine solide und zeitgemässe Ausbildung der Lernenden im Kanton Aargau sichergestellt werden.

Unternehmen sollten Aktien lösen

Die Zeit drängt und das Projekt ist bisher zügig vorangetrieben worden: Ende Oktober wurde die JSA Bildungszentrum AG gegründet, Anfang November der Baurechtsvertrag mit der Schweizerischen Pestalozzistiftung Neuhof in Birr ausgehandelt, der Businessplan für die Finanzierung ausgearbeitet sowie die ausserordentliche Generalversammlung einberufen.
Nach der Vorstellung des Projekts, das von der Walker Architekten AG in Brugg geplant worden war, ging es an der GV um die Finanzierung.

Die Visualisierung zeigt das Ausbildungszentrum auf dem Areal des Berufsbildungsheims Neuhof Birr. Walker Architekten AG/ZVG

Die Visualisierung zeigt das Ausbildungszentrum auf dem Areal des Berufsbildungsheims Neuhof Birr. Walker Architekten AG/ZVG

Insgesamt rund 2,9 Millionen Franken müssen für den Neubau aufgewendet werden. Dies ist nur mit Unterstützung der Verbandsmitglieder möglich. Die Aktienlösung kommt den Verbandsmitgliedern in Zukunft in Form günstiger Kursbeiträge wieder zugute. Spätestens nach den Ausführungen des Leiters der überbetrieblichen Kurse, Lukas Borner, der viel Engagement und Herzblut in den Beruf und in die Ausbildung der jungen Gärtner investiert, sei für alle im Saal klar gewesen, wo der Weg hinführen muss, schreibt die JSA. Kurz und konstruktiv sei die Diskussion verlaufen.

Grosse Erleichterung beim Vorstand

Für Hühnerhaut gesorgt habe das Statement von Vigi Dörig, der sich stets für die Ausbildung der Gärtner stark gemacht hat, fährt JSA fort. Er appellierte an seine älteren Kollegen, die keine Unternehmer mehr sind, das Projekt finanziell zu unterstützen und daran zu glauben. Die Abstimmung zeigte dann deutlich, dass alle an einem Strick ziehen. Der Antrag des Vorstands zur Realisierung des Projekts wurde einstimmig angenommen.

Sichtlich gross ist die Erleichterung des Vorstands gemäss JSA gewesen. Nach der Zustimmung der Mitglieder bedarf es nun noch der Zustimmung der Kreditgeber. Laut dem Neuhof ist der bisher einmalige Antrag auf Solidarbürgschaft beim Kanton noch am Laufen.