Bözberg
Landgasthof «Vierlinden» soll weitergeführt werden – Besitzer sucht Pächter

Jürg Rensch, Käufer des bekannten Landgasthofs, ist auf der Suche nach einem Pächter für das Restaurant.

Janine Müller
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Gestern präsentierte sich der stattliche Landgasthof Vierlinden für einmal in der Nebelsuppe. Das rot-weisse Schild macht klar: Hier ist ein Pächter gesucht.

Gestern präsentierte sich der stattliche Landgasthof Vierlinden für einmal in der Nebelsuppe. Das rot-weisse Schild macht klar: Hier ist ein Pächter gesucht.

Janine Müller (jam)

Am 27. November ging die Ära von Vreni und Heinz Brunner als Wirte des Landgasthofs Vierlinden zu Ende. 17 Jahre lang haben sie im traditionsreichen Restaurant an der Bözbergstrasse gearbeitet. Nun können es die beiden gemütlicher nehmen.

Lange war unklar, was nach der Ära Brunner mit dem Gasthof passiert. Ende Juli berichtete die Aargauer Zeitung, dass die Besitzerfamilie in der Liegenschaft ein Studentenwohnheim errichten möchte. Das Haus biete mit zehn teilweise vollständig möblierten Zimmern, einem schönen Garten sowie weiteren Räumen, die sich als Gemeinschaftsraum oder Bibliothek eignen, ein ideales Lernumfeld für Studierende, sagte damals Daniela Acker-Kistler, Inhaberin der Kistler Hotel AG. Im Saal sollte, so die Vorstellung, ein heller Leseraum entstehen. Doch aus diesen Plänen wird nun nichts.

Erfahrung ist gefragt

Gekauft hat die Liegenschaft Jürg Rensch von der Rensch Immobilien AG in Jonen. Das war vor zwei Wochen. Letzten Freitag fand dann die Übergabe statt. Doch bis dahin musste sich der neue Besitzer gedulden. Bereits im September unterbreitete Rensch das Kaufangebot. Dann hörte er lange nichts. «Es war ein Hin und Her», sagt er, ohne Details zu nennen. Ende November zeichnete sich eine Lösung ab. Mittlerweile ist Jürg Rensch also Besitzer «eines coolen Restaurants und eines coolen Hotels», wie er sagt.

Er plant nicht mit einem Studentenwohnheim, sondern möchte das Restaurant weiterführen. Dafür ist er nun auf der Suche nach einem Pächter oder Gerant. Bezüglich Küche hat Rensch keine genauen Vorstellungen. «Ich bin da völlig offen», sagt er. Der Pächter soll ein Konzept präsentieren und dann schaue man weiter. Er dürfe dann auch bezüglich Inneneinrichtung ein Wörtchen mitreden, verspricht Rensch. Ihm ist wichtig, dass die Miete für den Pächter erschwinglich ist. «Bezüglich Miete lasse ich mit mir reden», verspricht der Besitzer. «Ich will, dass einer kommt, der hier durchstarten will und gut Geld verdienen kann.»

Aber Rensch stellt auch gewisse Anforderungen. «Wenn einer kommt, der vorher schon fünfmal pleitegegangen ist mit einem Restaurant, dann kommt er eher nicht infrage», führt er aus. Er erwartet auch, dass der künftige Pächter bereits Erfahrung in der Gastronomie mitbringt. Jürg Rensch ist überzeugt, dass die «Vierlinden» rentiert. «Die Aussicht hier ist, wenn es keinen Nebel hat, super. Es wird funktionieren, denn die ‹Vierlinden› ist ein klassisches Ausflugsrestaurant», meint er. Er hofft, dass die Wiedereröffnung des Restaurants per 1. April erfolgen kann.

Gemäss der ehemaligen Pächterin Vreni Brunner sind Investitionen in die Liegenschaft unabdingbar. «So attraktiv die Terrasse mit dem Blick auf die Berge und der grosse Parkplatz auch sein mögen, ohne beträchtliche Investitionen in die Liegenschaft lassen sich Hotelzimmer und Nebenräume nicht erfolgreich nutzen», sagte sie kurz vor der Schliessung gegenüber dieser Zeitung.

Aus Zimmern werden Wohnungen

Jürg Rensch plant, die Zimmer im oberen Stock vollständig zu möblieren und zu vermieten. Tendenziell nicht für ein paar wenige Tage, sondern eher monatsweise. Die Preisklasse für die Zimmer hat der Besitzer noch nicht definiert. Er sagt aber: «Sie sollen günstig und gut sein.» Die Vermietung soll ab nächstem Februar oder März möglich sein, wenn der Zeitplan aufgeht.

Nächstes Jahr möchte er dann ein Umnutzungsgesuch beim Kanton einreichen. Er plant, die Zimmer zu kleinen Wohnungen auszubauen, also beispielsweise auch mit Küchen auszustatten. «Es sollen hier später 1-, 2- und 3-Zimmer-Wohnungen entstehen», sagt Rensch.

Bis es aber so weit ist, muss sich der Besitzer noch einen Überblick über die ganze Liegenschaft verschaffen. Mit Helfern ist er zurzeit dabei, das Restaurant und die Zimmer zu räumen und in Ordnung zu bringen. Auch wenn es noch einiges zu tun gibt, strahlt Jürg Rensch: «Ich war lange auf der Suche nach einer solchen Liegenschaft.»

Interessierte können sich bei Jürg Rensch unter vierlinden@rensch.ch melden.