Am Bezirksgericht Brugg kommt es zur befristeten Wahl eines weiteren ausserordentlichen Gerichtspräsidenten. Der Grund: Der geschäftsführende Gerichtspräsident, Hans-Rudolf Rohr, ist wegen einer schweren Erkrankung auf unabsehbare Zeit nur mit eingeschränktem Pensum arbeitsfähig. Sein Amt übernehmen soll Fürsprecher Thomas Müller aus Aarau.

Rückblick: Bereits als ausserordentliche Gerichtspräsidenten am Bezirksgericht Brugg gewählt worden sind letzte Woche durch den Grossen Rat: Michael Plattner aus Rudolfstetten-Friedlisberg sowie Chantale Wilhelm aus Hausen. Die Stellvertretungsregelung ist nötig, damit der ordentliche Betrieb aufrecherhalten werden kann. Denn einerseits wird die heutige Gerichtspräsidentin Franziska Roth nach ihrer Wahl in den Regierungsrat per Ende Jahr als Gerichtspräsidentin in Brugg zurücktreten. Und andererseits ist Gerichtspräsidentin Gabriele Kerkhoven derzeit gesundheitlich angeschlagen und nicht arbeitsfähig.

Auf sechs Monate befristet

Auch der geschäftsführende Gerichtspräsident am Bezirksgericht Brugg, Hans-Rudolf Rohr, ist seit Mitte August 2016 krankheitsbedingt teilweise oder ganz ausgefallen. «Die gesundheitliche Situation hat sich in letzter Zeit wieder erheblich verschlechtert und die Fortsetzung seines Einsatzes als Gerichtspräsident ist ungewiss», hält die Kommission für Justiz des Grossen Rats fest. Kurz: «Nach dem Rücktritt von Gerichtspräsidentin Franziska Roth und dem reduzierten Einsatz von Gerichtspräsidentin Gabriele Kerkhoven kann der Ausfall von Gerichtspräsident Hans-Rudolf Rohr nicht ohne eine weitere externe Stellvertretungslösung aufgefangen werden», fügt die Kommission an.

Die Justizleitung beantragt die vorläufig auf sechs Monate befristete Wahl von Thomas Müller, Fürsprecher aus Aarau, als ausserordentlicher Gerichtspräsident am Bezirksgericht Brugg. «Er verfügt als langjähriger geschäftsführender Gerichtspräsident am Bezirksgericht Aarau über die erforderliche Führungserfahrung und Fachkompetenz zur Ausübung der Stellvertretung», führt die Kommission für Justiz weiter aus.

Die Zeit drängt

Müller ist seit April 2014 pensioniert und amtete zweimal als ausserordentlicher Stellvertreter am Bezirksgericht Kulm. Die langjährige Erfahrung als Gerichtspräsident ermögliche Thomas Müller die sofortige Amtsübernahme als ausserordentlicher Stellvertreter, schreibt die Kommission für Justiz.

«Gemäss der bereits seit mehreren Monaten bestehenden und aktuell verschärften Situation am Bezirksgericht Brugg besteht hohe zeitliche Dringlichkeit», fasst die Kommission zusammen. «Die Wahl von Thomas Müller als ausserordentlicher Gerichtspräsident ist daher zum frühestmöglichen Zeitpunkt vorzunehmen.» Angesetzt wird sie auf den 10. Januar. (mhu)