Windisch

Lärmschutzwände an der Hauserstrasse: Diese Einwohnerrätin stellt Fragen zur Unfallhäufigkeit

Mirjam Aebischer, SP-Einwohnerrätin.

Mirjam Aebischer, SP-Einwohnerrätin.

SP-Einwohnerrätin Mirjam Aebischer fragt, ob mit dem Bau der Lärmschutzwände entlang der Hauserstrasse die Wahrscheinlichkeit von Unfällen erhöht wurde.

Zu sieben Kollisionen zwischen Fahrzeugen und Fussgängern ist es seit Anfang Jahr gekommen auf der Hauserstrasse in Windisch. Vier ereigneten sich bei Fussgängerstreifen. Diese scheinbare Häufung lasse sich allerdings nicht schlüssig erklären, zumal jeder dieser Unfälle andere Umstände aufweise, sagte Bernhard Graser, Mediensprecher der Kantonspolizei Aargau, im Mai auf Nachfrage der AZ.

Was sich auf die Wahrscheinlichkeit von Unfällen aber sicher auswirke, ergänzte Graser, sei das grosse Verkehrsaufkommen. Der letzte Messwert aus dem Jahr 2011 zeigte auf der Hauserstrasse ein durchschnittliches tägliches Verkehrsaufkommen von rund 18 000 Fahrzeugen.

Die Windischer SP-Einwohnerrätin Mirjam Aebischer stellt nun die Frage, ob auch der Bau der Lärmschutzwände und die damit verbundene Änderung des Strassenraumbilds einen Einfluss haben können auf die Unfallhäufigkeit. Ebenfalls erkundigt sie sich mit einer kleinen Anfrage danach, ob der Gemeinderat bereits Überlegungen gemacht hat zur Verminderung der Unfallhäufigkeit und was die Behörde allenfalls zu unternehmen gedenkt, um die Wahrscheinlichkeit von weiteren Unfällen zu vermindern.

Denn durch den Bau der Lärmschutzwände und die Anordnung anderer verkehrslenkender Massnahmen sei eine Situation geschaffen worden, die eine mangelende Aufmerksamkeit der Autofahrer – Stichwort «kein wirksamer Durchfahrtswiderstand» – bezüglich dem Langsamverkehr fördere, hält Mirjam Aebischer fest. Die SP-Einwohnerrätin verweist auf die «von Fachleuten beschriebenen unfallfördernden Rahmenbedingungen für Ortsdurchfahrten».

Einerseits erwähnt sie die Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu). Aufgrund des Verkehrsverhaltens ist es gemäss Fachdokumentation wichtig, die freie Innerorts-Strassenstrecke so zu gestalten, dass Fussgänger und Velofahrer die Fahrbahn «an vielen Querschnitten mit grosser Sicherheit und ohne allzu lange Wartezeiten überqueren können». Die Koexistenz aller Verkehrsteilnehmer, fährt das bfu fort, sei gerade auf der freien Strecke mit Gestaltungsmassnahmen zu fördern. «Die Fahrbahn darf deshalb eine Ortschaft nicht in zwei Teile spalten.»

Tatsächlich wurde, führt Mirjam Aebischer aus, durch die Lärmschutzwand die Trennwirkung zwischen den an die Hauserstrasse angrenzenden Wohnsiedlungen verstärkt. Weiter bezieht sich die SP-Einwohnerrätin auf Verkehrsplaner Jürg Dietiker und seine Analyse zur Strassenraumgestaltung «Wie Strassenraumbilder den Verkehr beeinflussen». Im Raumbild, heisst es darin, wirken die Linearität in die Tiefe und der fehlende Bezug der – angrenzenden – Bauten zur Strasse einem wirksamen Durchfahrtswiderstand entgegen.

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