Ob auf dem Weg zur Arbeit am Morgen oder nach Feierabend: Auf der Zurzacherstrasse in Brugg gerät der Verkehr immer wieder ins Stocken. Mit negativen Auswirkungen für die Busse. Es kommt zu Verspätungen, die Fahrpläne können nicht eingehalten werden und die Anschlüsse am Bahnhof sind nicht gewährleistet.

Die Stadt Brugg sowie der Kanton wollen handeln. Vorgesehen sind Massnahmen, damit der Verkehr flüssig zirkulieren kann. Die Ziele sind klar: Die Stauzeiten sollen reduziert, die Busse bevorzugt werden – ohne die anstossenden Quartiere mit Schleichverkehr zu belasten und die Autos in den verkehrsärmeren Zeiten zu behindern. Am 21. Oktober entscheidet der Einwohnerrat über Kredite für die Teilprojekte von insgesamt 1,434 Mio. Franken als Kostenanteil.

Rund 18 000 Fahrzeuge täglich

Der Verkehr auf der Zurzacherstrasse hat in den letzten Jahren zugenommen. Im Durchschnitt werden mittlerweile täglich rund 18 000 Fahrzeuge gezählt. Wegen unzureichender Stauräume bei der Casino-Kreuzung werde der öffentliche Verkehr stark behindert, stellt der Stadtrat in seiner Botschaft an den Einwohnerrat fest.

Der Busverkehr aus Richtung Villigen müsse heute in Spitzenzeiten mit Verspätungen von 7 bis 15 Minuten rechnen. Kurz: «Das führt zu Attraktivitätsverlust der öffentlichen Verkehrsmittel.»

Rückblick: Die Strategie zur Abstimmung der Siedlungs- und Verkehrsentwicklung verabschiedete der Regionalplanungsverband Brugg Regio schon 2004. Das kantonale Departement Bau, Verkehr und Umwelt übernahm 2007 auf Antrag von Brugg Regio die Projektleitung für die Erarbeitung der Zuflusssteuerung.

Die Gemeinden des Regionalplanungsverbands sowie die kantonalen Fachstellen befürworteten das erarbeitete Konzept in einer Vernehmlassung Anfang 2009 mit wenigen Ausnahmen. Die Massnahmen an der Zurzacherstrasse stellen nun eine erste Etappe dar.

Konkret: Durch die geplante sogenannte Verlängerung der Vorsortierung bis zur Bushaltestelle Kaserne wird laut Stadtrat die Leistungsfähigkeit der Casino-Kreuzung sowohl für den Busbetrieb als auch für den motorisierten Individualverkehr gesteigert.

Der öffentliche Verkehr kann bis zur Lichtsignalanlage vorfahren und in einer eigenen Lichtsignalphase die Kreuzung passieren – zusammen mit den geradeaus fahrenden und rechts abbiegenden Fahrzeugen. «Diese Bevorzugung ermöglicht in den Verkehrsspitzenzeiten einen Zeitgewinn und verbessert die Anschlussstabilität», führt die Behörde aus. Der betroffene Strassenabschnitt hat eine Länge von knapp 320 Metern.

Weiter vorgesehen ist ein Lichtsignal bei der Kreuzung Zurzacherstrasse/ Langmattstrasse, damit der Verkehr in Spitzenzeiten gesteuert respektive kurzzeitig zurückgehalten werden und der Bus ohne Zeitverlust von der Langmattstrasse einbiegen kann.

Nicht immer in Betrieb

Eine weitere Lichtsignalanlage wird bei der Bushaltestelle Au realisiert. Sie bewirkt, dass der haltende Bus nicht mehr von anderen Fahrzeugen überholt werden kann. Die Lichtsignalanlagen sind übrigens nur in den Verkehrsspitzenzeiten in Betrieb. Ein Fahrverbot ist schliesslich als flankierende Massnahme bei der Sommerhaldenstrasse geplant – um zu verhindern, dass der Stau umfahren wird.

Es wird ebenfalls auf die Spitzenzeiten beschränkt. Die Massnahmen, ist der Stadtrat überzeugt, sind kurzfristig umsetzbar und bringen einen sofortigen Nutzen. Die Teilprojekte sind mit Gesamtkosten von 2,608 Mio. Franken veranschlagt. An diesen hat sich die Stadt – weil es sich um ein Vorhaben an der Kantonsstrasse handelt – mit 55 Prozent zu beteiligen.

«Grundsätzlich», fasst die Behörde zusammen, «kann die Gesamtverkehrsmenge im Kantonsstrassennetz nicht reduziert werden.» Es sei dem Stadtrat ein Anliegen, «dass die Pünktlichkeit und die Fahrplanstabilität der Busse mit entsprechenden Massnahmen gewährleistet werden können.»

Mit der Modernisierung der Lichtsignalanlagen an den Kreuzungen Neumarkt, Casino und Zollplätzli konnten die ersten Elemente bereits umgesetzt werden. Künftige Vorkehrungen wie zum Beispiel Zuflussdosierungen auf den Eingangsachsen zu den Zentrumsgemeinden werden laut Stadtrat folgen.