Rein
Kurator soll überflüssig werden: Kirchenpflege Rein sucht Mitglieder

Roland Frauchiger wurde im Herbst 2012 vom Kirchenrat der reformierten Landeskirche als Kurator der Kirchgemeinde Rein eingesetzt, weil die Kirchenpflege mangels Mitglieder nicht mehr beschlussfähig war. Er glaubt, dass im Herbst wieder eine Kirchenpflege gewählt wird.

Louis Probst
Drucken
Teilen

Walter Schwager

Man sieht sie oft am Strassenrand, vor Fabriken und Gewerbebetrieben, die Tafeln mit der Aufschrift: «Wir suchen». Vor der Kirche Rein steht zwar keine solche Tafel. Doch auch in der Kirchgemeinde Rein ist man auf der Suche. Auf der Suche nach ehrenamtlichen Mitgliedern der Kirchenpflege.

«Mein Ziel ist es, dass im Herbst dieses Jahres eine neue Kirchenpflege gewählt werden kann», erklärt Roland Frauchiger. «Damit könnte sie am 1. Januar 2015, mit Beginn der neuen Amtsperiode, die Leitung der Kirchgemeinde wieder übernehmen.»

Roland Frauchiger, Gemeindeammann von Thalheim, langjähriger Präsident der Kirchenpflege Thalheim und Vizepräsident der Synode, ist im Herbst 2012 vom Kirchenrat der reformierten Landeskirche als Kurator der Kirchgemeinde Rein eingesetzt worden. Dies deshalb, weil die Kirchenpflege mangels genügender Mitglieder nicht mehr beschlussfähig war.

«Bewährtes weiterführen»

«Als Kurator führe ich das Tagesgeschäft der Kirchgemeinde», erklärt Roland Frauchiger. «Ich mache teilzeitliche Managementeinsätze, und ich habe früher schon ein Kuratorium geführt. Meine Aufgabe als Kurator ist es nicht, Neues anzustossen, sondern Bewährtes weiterzuführen. Als Kurator habe ich zwar alleinige Entscheidungsbefugnis. Ich führe aber monatlich Sitzungen mit den Pfarrern und mit den noch gewählten Kirchenpflegemitgliedern durch. Bei diesen Sitzungen werden, ähnlich wie bei Sitzungen einer Kirchenpflege, anstehende Themen behandelt.»

So aussergewöhnlich ist es übrigens nicht, dass Kirchgemeinden von Kuratoren geleitet werden. Wie Roland Frauchiger sagt, gibt es im Aargau derzeit vier solcher Kuratorien.

«Positiver Eindruck»

Über die Gründe dafür, dass sich vor zwei Jahren die Begeisterung für die Mitarbeit in der Kirchenpflege Rein in Grenzen hielt, lässt sich letztlich nur spekulieren. «In den anderthalb Jahren als Kurator habe ich die Kirchgemeinde kennen gelernt», stellt Roland Frauchiger fest. «Mein Eindruck ist grundsätzlich positiv. In der Kirchgemeinde Rein gibt es viele tolle Leute, die sich engagieren. Ein Wermutstropfen ist aber, dass die Zahl der Leute, die sich engagieren, gemessen an der gesamten Mitgliederzahl der Kirchgemeinde von doch rund 2800 Personen relativ klein ist.»

Roland Frauchiger verhehlt aber auch nicht die Auseinandersetzungen in der Kirchgemeinde, die vor vier Jahren zum Weggang des Pfarrehepaars Hintze-Stalder geführt hatten. «Das hat die Situation sicher nicht einfach gemacht», stellt er fest.

«Es war auch der Grund dafür, dass sich einige Mitglieder der Kirchenpflege, die ihr Bestes gegeben hatten, zurückzogen.» Inzwischen dürfte sich die Situation beruhigt haben. «Der neue Pfarrer Matthijs van Zwieten de Blom hat sich gut eingelebt», stellt Roland Frauchiger jedenfalls fest. «Und Pfarrer Urs Klingler wurde wieder gewählt. Er will aber, angesichts seiner Pensionierung 2018, sein Pensum auf Beginn des kommenden Jahres auf 80 Prozent reduzieren.»

Der Reduktion des Pfarrerpensums von insgesamt 200 auf 180 Stellenprozente soll mit der Anstellung einer sozial-diakonischen Mitarbeiterin oder eines sozial-diakonischen Mitarbeiters mit einem Pensum bis zu 50 Prozent begegnet werden. «An der letzten Kirchgemeindeversammlung ist ein ähnlicher Antrag zwar knapp abgelehnt worden», sagt Roland Frauchiger. «Damals angesprochene kritische Punkte wurden in der Zwischenzeit geklärt. Und so werde ich den Antrag an der Kirchgemeindeversammlung vom 25. Mai wieder bringen.»

«Ich bin zuversichtlich»

Noch vor der Kirchgemeindeversammlung wird sich Roland Frauchiger aber auf die Suche nach potenziellen Mitgliedern der Kirchenpflege begeben. «Die Kirchgemeinde hat die Chance einer Verschnaufpause gehabt», stellt er fest. «Im April werde ich die Suche starten. Es wäre schön, wenn es Leute geben würde, die einsteigen möchten. In den verschiedenen Ressorts findet sich sicher etwas, das den jeweiligen Interessen und Fähigkeiten entspricht. Mit sechs bis acht Personen lassen sich die Aufgaben gut verteilen. Ich bin zuversichtlich, dass sich Leute finden werden.»

Aktuelle Nachrichten