Kupperhaus
«Wir haben bei null angefangen»: Freizeitwerkstatt Brugg zieht nach vier Monaten erste Bilanz

Im September hat der Verein aus dem Swisslos-Fonds einen Beitrag von 15'000 Franken sowie eine Defizitgarantie von 5000 Franken zugesprochen bekommen. Wofür das Geld eingesetzt wird.

Maja Reznicek
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Vorstandsmitglieder Christian Kosinar (von links), Marianne Badertscher und Brigitte Perren wurden von der kantonalen Unterstützung überrascht.

Vorstandsmitglieder Christian Kosinar (von links), Marianne Badertscher und Brigitte Perren wurden von der kantonalen Unterstützung überrascht.

Maja Reznicek

Mitte Juni öffnete das Künstlerhaus an der Schulthess-Allee 4 seine Tore. Seither bietet die Freizeitwerkstatt (FZW) Brugg hier einen kreativen Raum für Handwerkbegeisterte. Rückblickend auf die erste Zeit sagt Brigitte Perren am Medienanlass von diesem Mittwoch: «Wir haben bei null angefangen und die Leute sind sehr zögerlich gekommen. Das ist immer noch so.»

Nichtsdestotrotz schauen gemäss der Co-Vereinspräsidentin immer wieder neue Personen vorbei:

«Sie fragen, was wir machen, und bringen auch Projekte.»

Dabei helfe die «irrsinnige» Lage des Kupperhauses.

Am 19. Juni feierte die Freizeitwerkstatt Brugg im Kupperhaus Eröffnung.

Am 19. Juni feierte die Freizeitwerkstatt Brugg im Kupperhaus Eröffnung.

Alex Spichale

Neben angeleiteten Kursen etwa im Nähen oder für Makramee bietet der Verein ein sehr flexibles Betriebskonzept. Im Rahmen der «offenen Werkstatt» (unter anderem jeweils am Mittwoch- und Samstagnachmittag) kann jede und jeder ohne Voranmeldung am eigenen Projekt werkeln. Ebenfalls ist es möglich, einfach einen Kaffee in der FZW zu trinken und das Gespräch zu suchen.

Das komme gut bei den Leuten an, sagt Co-Präsidentin Marianne Badertscher. Perren ergänzt: «Die Freizeitwerkstatt ist nicht nur ein Lokal für Kurse, sondern vor allem auch ein sozialer Treffpunkt.»

Bis Ende 2024 soll die FZW Brugg selbsttragend sein

Seit der Eröffnung hat sich die Anzahl Mitglieder des Vereins auf über 50 Personen verdoppelt. Deren Beiträge reichen aber nicht, um das Überleben der Werkstatt zu sichern. Brigitte Perren erklärt:

«Es stellte sich schnell die Frage, wie wir weitermachen. Der Verein hat kein Budget. Trotzdem stehen Miete und Unterhalt an.»

Im September 2021 bekam die FZW Brugg einen Beitrag von 15'000 Franken sowie eine Defizitgarantie von 5000 Franken aus dem Swisslos-Fonds zugesprochen. Sie seien sehr glücklich, aber auch überrascht über die Unterstützung, sagt Perren.

Die Holzwerkstatt umfasst zwei Räume.

Die Holzwerkstatt umfasst zwei Räume.

Maja Reznicek

Bei der Anschubfinanzierung ist der Verwendungszweck nicht vorgegeben, in drei Jahren muss laut Badertscher aber die Rechnung gegenüber dem Kanton offengelegt werden. Für die beiden Co-Präsidentinnen ist das mit einem klaren Ziel verbunden: «Die Freizeitwerkstatt soll bis Ende 2024 selbsttragend sein.»

Mit dem Geld will der Vorstand verschiedenste Anschaffungen tätigen. Bereits gekauft ist eine neue Dekupiermaschine für die Holzwerkstatt. Gemäss Werkstattleiter und Vorstandsmitglied Christian Kosinar handelt es sich dabei um eine – umgangssprachlich gesagt – elektrische Laubsäge.

Werkstattleiter Christian Kosinar erklärt die Funktion der Dekupiersäge.

Maja Reznicek

Neben dem Kauf der Maschine geht es laut Perren aber nun zuallererst darum, die Infrastruktur und das Elektronische im Erdgeschoss des Kupperhauses zu optimieren. Weiter soll zukünftig eine Plexiglasscheibe den Hauptraum gegen den Staub der Holzwerkstatt abschirmen.

Weitere Partnerschaften in der Region sind geplant

Auf Ende Jahr ist zudem die Eröffnung eines Fotolabors angedacht. «Eigentlich gehört es dem BWZ Brugg, aber wir bekommen Zugang dazu», sagt Co-Präsidentin Marianne Badertscher. Um die Fotoabzüge zu trocknen, wird ein Trocknungsraum gekauft. Weiter soll das Malatelier zusätzliche Pinsel, Farben und Staffeleien bekommen.

Die Anschaffungen sind gemäss Vorstandsmitglied Christian Kosinar aber abhängig von den Nutzerinnen und Nutzer:

«Wir sind offen für Anregungen.»

Die Freizeitwerkstatt solle grundsätzlich so weiter ausgestaltet werden, sagt Perren, «dass die Leute ‹gluschtig› werden und kommen».

Das Malatelier könnte noch Staffeleien, Farben und Pinsel vertragen.

Das Malatelier könnte noch Staffeleien, Farben und Pinsel vertragen.

Maja Reznicek

Zukünftig will die FZW Brugg noch mehr Partnerschaften in der Region eingehen. Aktuell darf der Verein etwa auf René Müller zählen, dessen Metallwerkstatt für entsprechende Projekte bereitsteht, oder auf Schreiner Bruno Huber, der bei der Planung von Holzkreationen Hand bieten kann.

Mit zusätzlichen Instanzen, die die Räumlichkeiten an der Schulthess-Allee 4 nutzen, könnten auch die Öffnungszeiten der Werkstatt erweitert werden. Brigitte Perren sagt: «Der Vorstand kann nicht immer präsent sein, dafür fehlt die Kapazität.» Die FZW Brugg strecke nun die Fühler weiter aus. Ideen gibt es auf jeden Fall genug.

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