Brugg
Kunstrasen-Motion stösst auf Widerstand

Am Freitagabendabend entscheidet der Brugger Einwohnerrat über zwei Motionen von Miro Barp (SVP) betreffend Stadion Au.

Janine Müller
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Alle Parteien in Brugg anerkennen, dass ein Kunstrasen der Trainingssituation des FC Brugg zugute kommen würde.

Alle Parteien in Brugg anerkennen, dass ein Kunstrasen der Trainingssituation des FC Brugg zugute kommen würde.

cs

Zur Ausgangslage: SVP-Einwohnerrat Miro Barp reichte zwei Motionen ein, die das Stadion Au betreffen. Die eine fordert den Einbau eines Kunstrasenplatzes. Die andere Motion handelt von der Neugestaltung des Eingangsbereichs.

Stadtrat fordert Postulat

Thema sind beide Anliegen schon lange. Nun scheint es immerhin mit der Neugestaltung des Eingangsbereichs vorwärtszugehen. Der Stadtrat wird diese Motion heute Abend im Einwohnerrat entgegennehmen. Auch bei den Parteien erhält das Anliegen Unterstützung: Die SP schätzt die Neugestaltung als dringend notwendig ein. In den Parteien sowie im Stadtrat engagiert diskutiert wurde hingegen die Kunstrasen-Motion. Diese dürfte es heute Abend schwer haben. Denn der Stadtrat lehnt sie ab. «Der Stadtrat anerkennt, dass der FC Brugg als grösster Sportverein der Stadt einen wichtigen Beitrag an die Gesundheitsförderung und die gesellschaftliche Integration leistet», sagt Stadtammann Barbara Horlacher auf Anfrage der AZ. «Im Hinblick auf den Einbau eines Kunstrasens im Stadion Au stellt sich für den Stadtrat noch eine Reihe von Fragen, unter anderem zu Belegungsdichten, Standortalternativen, Nutzbarkeit/Bedürfnissen anderer Sportvereine/Nutzer, Möglichkeiten für eine Mitfinanzierung durch weitere Beteiligte, Hochwasserschutz. Gerne hätte der Stadtrat diese Fragen vor dem abschliessenden Entscheid geklärt und das Begehren deshalb in Form eines Postulats entgegengenommen.» Entsprechend enttäuscht zeigt sich die SVP in einer Medienmitteilung.

Auch bei den Parteien hat es die Motion schwer, obwohl alle anerkennen, dass ein Kunstrasen die Trainingssituation verbessern würde. Die SP lehnt die Motion fast einstimmig ab. «Negativ fielen ökologische sowie ökonomische Gründe ins Gewicht», heisst es im Fraktionsbericht. Auch die GLP lehnt die Motion in der vorliegenden Form ab. «Einen verbindlichen Auftrag mit Zeitvorgabe an den Stadtrat, Vor- und Nachteile eines Kunstrasenplatzes aufzuzeigen, würde die GLP unterstützen», heisst es. Weiter sollten finanzielle Beteiligungsmöglichkeiten, vor allem durch die Hauptnutzer, in Erwägung gezogen werden. Die CVP gibt zu Bedenken, dass das Stadion nicht nur von Fussballern genutzt wird. «Leichtathletik-Wettkämpfe beispielsweise können auf Kunstrasen nur mit erheblichen Einschränkungen durchgeführt werden», heisst es in der Stellungnahme. «Die Motion in dieser Form wird mehrheitlich nicht überwiesen.»

Nebst der SVP äussert einzig die FDP Bedauern, dass die Motion nicht überwiesen wird: «Dass der Stadtrat die Motion betreffend Anschaffung eines Kunstrasenplatzes ablehnt, verstehen wir nicht. Die Motion hätte mindestens entgegengenommen werden können, sodass später das Anliegen im Einwohnerrat diskutiert werden könnte», schreibt die FDP. Da intern noch Abklärungen getroffen würden, werde sich die FDP bezüglich Motion erst an der Vorsitzung entscheiden.

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