Brugg/Windisch
Kunst wird vorgeführt und ausgestellt: Im Blütenmeer können Gestecke und Heisswachskunstwerke bestaunt werden

Die Kunstveranstaltung «Klein aber fein» findet am 12. und 13. Juni statt – auch in den Ateliers und Läden der Künstlerinnen und Künstler. Mit dabei ist Floristin Cynthia Maurer und Heisswachskünstlerin Marlis Hotz.

Janine Walthert
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Floristin Cynthia Maurer (links) und Heisswachskünstlerin Marlis Hotz stellen ihre Kunstwerke im Brugger Blumenladen Blütenmeer aus.

Floristin Cynthia Maurer (links) und Heisswachskünstlerin Marlis Hotz stellen ihre Kunstwerke im Brugger Blumenladen Blütenmeer aus.

Bild: Janine Walthert

Ein kleiner Farbtupfer: Lila Hortensien, grüne Pflanzen und weisse Blüten erfüllen die Brugger Altstadt mit Farben. Der Blumenladen in der Hauptstrasse bringt blühendes Leben in die Stadt. Geschäftsführerin des Blütenmeer ist die 25-jährige Cynthia Maurer.

Die Eröffnung während der Pandemie

Mit 24 Jahren machte sich Maurer selbstständig. Schon vorher sei ein eigener Blumenladen ein Thema gewesen. «Jedoch fühlte ich mich noch zu jung», sagt Maurer. Diese natürliche, einfache Floristik – die sie bevorzugt – gäbe es selten. «Deshalb und mit viel familiärer Unterstützung wagte ich den Schritt in die Selbstständigkeit», sagt Maurer und ergänzt: «Dabei spielte mein Alter keine Rolle.»

Cynthia Maurer eröffnete den Blumenladen am 2. März – am Tag, an dem die Läden nach dem zweiten Lockdown wieder aufmachten. «Das war nicht geplant, sondern ein glücklicher Zufall», sagt die 25-Jährige und fügt an:

«Die Strasse erblühte auf eine ganz besondere Weise.»
Unter anderem können auch solche Heisswachswürfel von Marlis Hotz im Blütenmeer gekauft werden.

Unter anderem können auch solche Heisswachswürfel von Marlis Hotz im Blütenmeer gekauft werden.

Bild: Janine Walthert

Zusätzlich stellt Marlis Hotz im Blumenladen ihre Heisswachskunstwerke aus. Schon seit 20 Jahren malt Hotz. Vor fünf Jahren stiess die 55-Jährige zufällig auf die Heisswachskunst, stieg auf diese um und eröffnete ein Atelier in Hausen. «Dieses vielfältige Handwerk hat mich sofort überzeugt», sagt sie und fügt an: «Techniken, die ich früher gelernt habe, kann ich hineinfliessen und Kunst entstehen lassen.»

Cynthia Maurer und ihr Team wurden seit der Eröffnung in der Altstadt gut aufgenommen. «Die Kundschaft war neugierig und schaute vorbei», sagt Maurer. «Unsere Zuversicht wächst und das Team wird grösser.» Dieses besteht aus der Geschäftsführerin und zwei Mitarbeiterinnen. Im Herbst werden sie zu viert sein.

Keine Blume landet im Abfall

Im Blütenmeer wird keine Blume weggeworfen. Alle werden wiederverwendet. «Wir gebrauchen verblühte Blumen andersartig», sagt Maurer. «So werden etwa aus verwelkten Tulpenblättern Kränze hergestellt.»

Der Blumenladen setzt auf einfache und natürliche Gestecke. «Wir wollen aus der Einfachheit und Schönheit der Schnittblume etwas schaffen und verzichten auf unnatürlichen Schnickschnack.» Die Floristinnen nehmen sich das Zitat von dem griechischen Philosophen Platon «In der Einfachheit liegt die Schönheit» zu Herzen.

Ein liebevoll hergestellter Schaukasten zwischen einem Kranz aus verblühten Tulpenblättern, Blumengestecken und Topfpflanzen.

Ein liebevoll hergestellter Schaukasten zwischen einem Kranz aus verblühten Tulpenblättern, Blumengestecken und Topfpflanzen.

Bild: Janine Walthert

Ausgestellt wird auch in den Ateliers und Läden

Cynthia Maurer und Marlis Hotz nehmen zum ersten Mal gemeinsam an dem Event «Klein aber fein» teil. Die Veranstaltung – organisiert von der Damenschneiderin Sibylle Bernasconi – lief früher unter dem Format «Kunst & Handwerk» und fand in der Windischer Bossartschüür statt.

Coronabedingt läuft der Anlass in der Bossartschüür und an dem Ort des Schaffens – den eigenen Ateliers und Läden der Kunstausstellenden – ab. In diesem Jahr nehmen zwölf Labels und Kunsthandwerkende aus Windisch und Brugg teil, darunter Maurer und Hotz.

Durch den Anlass kann laut Maurer der Zusammenhalt der Kunstschaffenden gefördert werden. «Ein guter Anlass und eine gute Gelegenheit für Künstlerinnen und Künstler, ohne Laden unter die Leute zu kommen», sagt die 25-Jährige. Doch auch für die Floristinnen ist es eine gute Sache. Cynthia Maurer sagt:

«Wir finden es grossartig, in der Gemeinschaft zu arbeiten. Die Kunst anderer Teilnehmenden prägt auch uns.»

Weshalb der Blumenladen am Anlass teilnimmt? «Die Floristik ist ein Handwerk – durch die Farben und Bewegungen der Blumen entsteht ein Kunstwerk», sagt Maurer. «Deshalb sind wir als Floristinnen bei dieser Veranstaltung an der richtigen Stelle.»

Auch ein anderer Blumenladen macht an der Veranstaltung mit. Doch das ist für die 25-Jährige kein Nachteil. Im Gegenteil: «Floristik kann sich unterscheiden», sagt Cynthia Maurer und fügt an:

«Verschiedene Techniken werden verwendet. Dies ist für die Besuchenden ein guter Einblick in die Arbeit unserer Branche.»

Bereits im letzten Jahr hat sich Marlis Hotz für das frühere Format der Veranstaltung – «Kunst & Handwerk» – angemeldet. Damals gab es das Blütenmeer noch nicht. «Für mich war es eine gute Möglichkeit, an die Öffentlichkeit zu treten», sagt Marlis Hotz.

Dieser Anlass wurde zuerst verschoben und dann in einer Online-Variante durchgeführt – an dieser nahm Hotz nicht teil. «Ich hatte spezielle Bilder für die Bossartschüür gemacht und habe grossen Aufwand auf mich genommen.» Cynthia Maurer war bereits während ihrer Lehre als Floristin Teil des Kunstformats.

Die Atmosphäre aufsaugen und geniessen können

Im Blütenmeer treffen zwei verschiedene Arten der Kunst aufeinander.

Im Blütenmeer treffen zwei verschiedene Arten der Kunst aufeinander.

Bild: Janine Walthert

An der Veranstaltung am 12. und 13. Juni werden im Blütenmeer – ganz Motto getreu – kleine oder feine Blumen und Gestecke verkauft. Marlis Hotz wird weitere Kunstwerke im Blumenladen anbieten und vor Ort ihr Handwerk vorführen. «Für viele Kunden ist es schwer vorstellbar, wie Heisswachswerke entstehen», sagt Hotz und fügt an:

«Das Handwerk ist unbekannt und überrascht immer wieder durch die vielen Möglichkeiten, Kunst entstehen zu lassen.»

Maurer und Hotz erhoffen sich, dass Besuchende das Ambiente der Blumen und Farben «aufsaugen» – also bewusster und aufmerksamer die Kunst geniessen. Dafür werden sich die zwei Künstlerinnen viel Zeit nehmen. «Die Atmosphäre wird entspannter sein», sagt Cynthia Maurer. Sie ergänzt:

«Wir werden bewusst den Austausch mit unserer Kundschaft suchen.»

Der Arbeitsalltag am Wochenende sei ruhiger als der unter der Woche. «Dann wird nicht so gehetzt», sagt Marlis Hotz und fügt an: «Zusätzlich wird die Brugger Altstadt sonntags gut besucht – so schauen vielleicht auch Touristinnen und Touristen vorbei.»

Etwas schade sei, dass die Kunstschaffenden nicht die Möglichkeit haben, die Arbeiten der anderen anzuschauen. «Wir sind leider ein kleines Team und können den Laden nicht ohne Aufsicht lassen», sagt Cynthia Maurer.

Die Kunstwerke der teilnehmenden Labels werden am 12. und 13. Juni von 10 bis 17 Uhr in Brugg und Windisch ausgestellt. Die verschiedenen Ateliers und Läden können auch zu Fuss oder mit dem Velo besucht werden. Mehr Infos zur Veranstaltung «Klein aber fein» finden Sie auf der Website.