Brugg
Kunst und Gewerbe unter einem Dach: Eine Ausstellung im Salzhaus machts möglich

An der ersten «HobbyArt» stellen 16 kreative Köpfe ihre verschiedenen Werke in den Räumen des Salzhauses aus. Die alten Balken und Steinmauern setzten die Kunst perfekt in Szene.

Timea Hunkeler
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Die Kindergärtnerin Maja Hungerbühler lässt sich von verschiedenen Materialien für ihre Stoffbilder inspirieren.

Die Kindergärtnerin Maja Hungerbühler lässt sich von verschiedenen Materialien für ihre Stoffbilder inspirieren.

Timea Hunkeler

«Diese Objekte sind Kunst, die von der Natur gemacht wird. Ich schaue nur, dass diese richtig inszeniert werden», sagt Stefano Grandi, Schwemmholzkünstler aus Birr. Er ist einer der 16 Künstler, die an der ersten «HobbyArt» im Rahmen der Salzhausausstellung ihre Werke vorstellen.

Der 57-Jährige sammelt das Schwemmholz beim Spazieren an der Reuss. Auf die Idee gekommen, aus Schwemmholz Kunstobjekte zu machen, ist er, als er am Ufer ein Stück Blech sah, worauf ein Holzstück lag. «Es sah aus wie ein Engel, also machte ich daraus eine solche Figur», erzählt Grandi.

Die Engel aus Schwemmholz mit den Flügeln aus Blech seien heute noch die beliebtesten Skulpturen – vor allem zur Weihnachts- und Adventszeit.

Heute macht Grandi jedoch viele verschiedene Objekte. «Jedes Holzstück ist ein Unikat. Ich lasse mich jedes Mal von der Form des Schwemmholzes inspirieren», sagt er. So findet sich beispielsweise in der aktuellen Ausstellung ein Objekt mit dem Namen «Hexenkessel». «Ich gebe allen meinen Skulpturen einen Namen. Die Engelsnamen nehme ich beispielsweise aus einem Engellexikon», sagt der Künstler.

Viele Künstler auf kleinem Raum

Auf die Ausstellung sei er diesen März durch ein Inserat aufmerksam geworden. Er habe gesehen, dass noch Künstler gesucht werden und habe sich beworben. «Ich finde es toll, dass es eine solche Plattform für uns Künstler gibt», findet Grandi. Das Salzhaus als Veranstaltungsort sei ideal, um Kunst auszustellen.

Die alten Balken und Steinmauern setzten die Kunst perfekt in Szene. Zudem finde er es spannend, dass verschiedene Künstler im gleichen Raum ausstellen. «Die Kombination der Gewerbeausstellung im unteren Stock und der ersten ‹HobbyArt› finde ich super. So zieht die Gewerbeausstellung auch Leute für die ‹HobbyArt› an und umgekehrt», sagt Grandi. Er verfolge mit seiner Kunst keine kommerzielen Ziele, denn davon leben könne er nicht. «Es ist nur ein Hobby. Klar, wenn sich die Unkosten decken würden, wäre es gut», sagt er.

Beim Spazieren an der Reuss sammelt Stefano Grandi Schwemmholz und macht daraus Skulpturen.

Beim Spazieren an der Reuss sammelt Stefano Grandi Schwemmholz und macht daraus Skulpturen.

Timea Hunkeler

«Ich überlege nicht, ich arbeite drauf los», sagt Maja Hungerbühler. Die 60-Jährige stellt an der «HobbyArt» ihre Stoffbilder aus. Dafür habe sie extra sechs neue Bilder gemacht. An diesen arbeitet die Kindergärtnerin, wann immer sie eine freie Minute hat. An der Schule für Gestaltung lernte sie in einem Kurs für Lehrer, der mehrere Semester umfasste, die richtige Technik.

«Ich habe schon als Mädchen gerne Handarbeiten gemacht. Das habe ich meist nach Vorlage getan, was mich mit der Zeit zu sehr einengte», sagt Hungerbühler. Ihr Hobby sei mittlerweile zur Leidenschaft geworden. Sie lasse sich bei ihren Bildern von den Materialien und deren Farbe inspirieren. «Ich mag es, verschiedene Stoffe zu kombinieren», sagt sie.

Fast 50 Stunden Arbeit für Bild

Mit der Ausstellung im Salzhaus möchte sie den Besuchern ihre Kunst zeigen. «Viele Leute wissen gar nicht, dass man aus Stoffen so etwas machen kann», sagt Hungerbühler. Die Bilder seien Auseinandersetzungen mit dem Leben. Meist habe sie dabei spirituelle Gedanken. In ein einziges Bild investiert Hungerbühler zirka 40 bis 50 Stunden Arbeit.

«Meine Bilder stehen zwar zum Verkauf, aber ich erwarte nichts. Es ist ein Hobby», sagt die 60-Jährige. Dennoch hoffe sie, dass viele Leute zur Ausstellung im Salzhaus kommen. «Ich möchte den Leuten zeigen, dass das Nähen oder Sticken nicht nur ein Handwerk, sondern auch Kunst ist», sagt sie.

Dass man alte Gebäude wie das Salzhaus immer noch so kreativ nutzt, finde sie toll. «Die Idee einer Gewerbeausstellung in Kombination mit der «HobbyArt» im Salzhaus ist eine absolute Win-win-Situation», sagt Hungerbühler.

HobbyArt und «Usstellig im Salzhaus» mit 11 Ausstellern und 16 Künstlern ab heute Freitag, 17 Uhr.