Schinznach-Dorf

«Kunst am Bau»-Projekt: Die Arbeit mit den Motorsägen gefällt den Oberstufenschülern

Die Jugendlichen Kreisschule Schenkenberg in Schinznach-Dorf haben die Schulhausfassade neu gestaltet. Jetzt haben sie ihr Werk der Öffentlichkeit übergeben.

Was als Fassadensanierung am Kochschulgebäude in Schinznach-Dorf begann, ist mit einem Projekt «Kunst am Bau» abgeschlossen worden. Die Oberstufenschüler der Werkklasse von Andreas Jäggi weihten ihr Kunstwerk am Samstag ein. Mit diesem Akt übergaben sie es der Öffentlichkeit.

Verspielte Riesen-Wäscheklammern, grässliche Fratze oder majestätsvoller Papagei: Die grossformatigen Holzschnitzarbeiten an der Fassade der Hauswirtschaftsschule der Kreisschule Schenkenberg sind voller Ausdruckskraft. Die eindrücklichen Arbeiten gestalteten die Werkklasseschüler.

«Schön, dass ihr heute an einem schulfreien Samstag, zur Schule kommt», begrüsste Gemeinderätin Ingrid Baldinger (Ressort Hochbau und Planung) die anwesenden Schüler, den Werklehrer Andreas Jäggi, sowie Kathrin Hartmann, Leiterin Oberstufe Kreisschule Standort Schinznach und Christa Jäggi, Gesamtleiterin der Oberstufe der Kreisschule Schenkenberg. «Von Schülern für Schüler nannten wir das Projekt und ihr habt daraus ein Kunstwerk gemacht», freute sich Baldinger am Resultat.

Kreativität soll für gute Stimmung sorgen

Die Gemeinde musste die Fassade sanieren, die Aussendämmung war über die Jahre stark beschädigt worden. Doch wer eine intensiv genützte Pausenplatzwand nur ausbessert und streicht, sei bald wieder am Sanieren, so Baldinger. Wie nachhaltig ist da Steuergeld investiert?

«Gäbe es die Möglichkeit durch den Einbezug des schulischen Werkunterrichts, die Wand so zu nützen, dass durch die Kreativität eine gute Stimmung hervorgeht, sodass Beschädigen kein Bedürfnis ist? Schüler machen für Schüler ein Projekt?»

Mit dieser Idee gelangte Gemeinderätin Baldinger an den Rat und später an den Werklehrer Andreas Jäggi. Dieser liess sich begeistern und steckte seine Schüler an.

An der Einweihung erzählten Lehrer und Schüler, wie sich das Projekt gestaltete: Das Holz stammt aus dem Wald und aus dem Abbruch des alten Schulhauses. Es wurde mit Motorsägen bearbeitet.

Die Unterkonstruktionen in Stahl schweissten sie selbst und schraubten sie auf einzumessende Montagepunkte. Die Schüler zeigten sich begeistert, mit Werkzeug und grosszügig mit Material zu arbeiten.

Die Arbeit hat bei der Berufswahl geholfen

Diese zupackende Arbeitsweise mit Kreativität zu verbinden, den Schülern das Erlebnis zu geben, dass beides zusammengeht und dass sie dies können, das war eine Herzensangelegenheit des Werklehrers. Mit Stolz erwähnt Jäggi, dass einige der Schüler sich dadurch für handwerkliche Berufe interessiert und gute Lehrstellen gefunden haben.

Ingrid Baldinger überbrachte die Wertschätzung des Gemeinderats: «Ihr habt uns überrascht. Wir stehen staunend vor einem Kunst-Projekt. Ihr übergebt uns als Gemeinde, den Schülern und Lehrern ein Werk, dass inspiriert, eine gute Stimmung hinterlässt und so nebenbei durch seine Dimension den Schutzabstand einfordert, der die Wand schützt. Ganz herzlichen Dank!» (az)

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