Brugg
Kulturhaus Dampfschiff hat sich von den Rockgenossen getrennt

Um eigene Konzerte zu veranstalten, mieteten sich die Rockgenossen im Kulturhaus Dampfschiff ein. Ein Striptease führte schliesslich zum Bruch.

Dean Heizmann und Claudia Meier
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Ein Striptease führte zum Bruch zwischen Dampfschiff und Rockgenossen.

Ein Striptease führte zum Bruch zwischen Dampfschiff und Rockgenossen.

Die Rockgenossen dürfen in Zukunft keine Gigs mehr im Brugger Kulturhaus Dampfschiff arrangieren. Der Freizeitklub, der sich die Organisation von Rock- und Metalkonzerten in der Region auf die Fahne geschrieben hat, sucht deswegen einen neuen Veranstaltungsort.

Das Kündigungsschreiben im Mai vonseiten des Dampfschiffs sorgte beim Präsidenten der Rockgenossen, Roger Müller, für Verwunderung. «Die Anlässe waren super, die Gäste und Bands waren begeistert und es kam nie zu irgendwelchen Zwischenfällen», sagt er. Als Begründung gab das Kulturhaus das drohende Überangebot an Rockmusik an. Es führt im Rahmen des eigenen Programms bereits vier Heavy-Metal-Events durch. «Mit unserer eigenen Dampfschiff-Sparte ‹Heavy› und dem zusätzlichen Programm der Rockgenossen, welche bei uns eingemietet waren, war diese Musikrichtung zu dominant vertreten», sagt Vereinspräsident Alex Simmen. Es gehe darum, das Programm bedachter auszuwählen und aufeinander abzustimmen.

Als weiterer Grund wird im Kündigungsschreiben auch ein Vorfall bei einem Konzert Anfang März angegeben. Zwischen zwei Musikstücken begann eine ehemalige Profi-Tänzerin einen Striptease und zog sich dabei komplett aus, das sei für das Kulturhaus Dampfschiff sehr problematisch. Die Aktion sei mit dem Kulturhaus nicht abgesprochen gewesen und es verletze die Würde der Frau. Zudem sei dies ein Verstoss gegen das Gastro-Recht.

Gespräch wurde nicht gesucht

Die Enttäuschung bei den Rockgenossen ist gross. Vor allem, dass vor der Kündigung kein Dialog gesucht wurde, sorgt für Verwunderung bei Präsident Müller. In ihrem Antwortschreiben bedauern die Rockgenossen, dass das Dampfschiff nicht erkannt hätte, wie die Rocker frischen Wind gebracht und den Ruf des Kulturhauses gesteigert hätten. Je nach Musikrichtung seien 60 bis 100 Leute gekommen. Die Aufregung um den Strip-Vorfall versteht Präsident Roger Müller indes nicht: «Die Dame tat es freiwillig und unentgeltlich. Der Strip war ihre Idee und dauerte zirka 7 bis 10 Minuten.» Die Aktion sei bei Frauen und Männern gut angekommen.

Der Rockerklub möchte auf alle Fälle weiter bestehen und sucht eine neue Bleibe für weitere Rock- und Metalanlässe in der Region Brugg und Baden. Sie haben zu diesem Zweck auch auf Facebock nach Hilfe und Tipps gefragt. Man sei sogar gewillt, eine leerstehende Lokalität zu mieten. Das Kulturhaus Dampfschiff plant für die nächste Saison weitere neue Sparten mit jungen Leuten aus der Region.

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