Bözberg

Künstler Sven Spiegelberg ist unterwegs in neuen Sphären

Der Bözberger Künstler Sven Spiegelberg lud erstmals zu einer Vernissage bei sich zu Hause ein. 54 Arbeiten umfasst die Schau, daraunter sind einige aus dem Jahr 2015, in dem er besonders produktiv war. Denn es war ein spezielles Jahr.

Der Anlass war ein ganz spezieller: Sven Spiegelberg feierte, dass er sich nun schon 30 Jahre im professionellen Kunstbetrieb behauptet. 1985 – das war die Zeit, als Spielbergs Studium der Literatur- und Kunstwissenschaften an der Universität Zürich endete und er für sich beschloss, dass er nun genug Bücher für sein ganzes restliches Leben gelesen hat. Von seinen zahlreichen globalen Trips als Reiseleiter, die er in den Semesterferien einschob, hatten sich genug Bilder eingebrannt, die nur darauf warteten, auf Papier, Leinwand oder den sonstigen Materialien gebannt zu werden, mit denen der umtriebige Künstler arbeitet.

Blumen sind Symbole des Lebens

«Mit der Premiere einer Vernissage in meinem Bözberger Atelier will ich meinen Freunden Gelegenheit geben, mich einmal in einem anderen Umfeld kennenzulernen», sagte Spiegelberg in einer kleinen Ansprache bei der gestrigen Vernissage: Opulent, blumig, ländlich rustikal sieht es in seinem Bözberger Domizil am Brändliweg aus. Blumen, die Spiegelberg so liebt und die Motive zahlreicher seiner Bilder sind, schmücken auch in natura die Räume. Blumen sind für ihn Symbole des Lebens und Vasen Sinnbild für das Gefäss, das dem Leben Raum gibt. Aber für Spiegelberg dürfen Bilder nicht nur ein Guckkasten sein mit einem Rahmen drum herum. Ausstrahlung und Dekor sind für ihn noch wichtiger – üppige farbliche Pracht wie beispielsweise das Werk «Miami Ocean Drive», das, wie die meisten Arbeiten des Künstlers, im Dachgeschoss des Ateliers zu sehen ist. 54 Arbeiten umfasst die Schau, darunter sind einige aus dem Jahr 2015.

Suche nach dem Gleichgewicht

Im sich dem Ende zuneigenden Jahr war Spiegelberg äusserst produktiv und in neuen Sphären unterwegs: Leinwand-Arbeiten haben es ihm angetan, Mischtechniken auf Bütten und Experimente auf Plexiglas, die zwischen abstrakt und figürlich pendeln. «Stairways» gehört in letztere Kategorie: Die Transparenz besticht ebenso wie die Malweise, die dem Werk Plastizität und Volumen verleiht. Spiegelberg berichtete vor den Gästen von einem reichen Schaffen, sprach aber auch von einem «speziellen Jahr», erwähnte den Tod der Mutter im Januar. «Ohne sie gäbe es mich als Künstler gar nicht», betonte er.

In neue Sphären aufbrechend und doch dem Alten verhaftet bleiben, Experimente machen, aber für die Menschen als Spiegelberg erkennbar bleiben: Es ist wohl ein schmaler Grat, auf dem bildende Künstler wandeln. Spiegelberg jedenfalls schilderte dieses Dilemma gegenüber den Gästen, die er mit «meine lieben Freunde» ansprach. So jedenfalls kennt man ihn – extrovertiert, überschwänglich, emotional und mit der Buntheit am eigenen Körper vielleicht so gar nicht dem Künstler-Klischee entsprechend. Erkennbar bleibt er sicher auch mit seinen neuen Arbeiten von 2015. Die «Suche nach dem Gleichgewicht» sei es, die ihn antreibe und die sich wie ein roter Faden durch sein Werk ziehe.

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