Brugg

Künftiger Einwohnerrats-Präsident: «Es braucht dringend vereinte Kräfte»

Vor dem Rathaus: «Ich werde die anstehenden Aufgaben mit grosser Freude anpacken», sagt Jürg Baur. Annika Bütschi

Vor dem Rathaus: «Ich werde die anstehenden Aufgaben mit grosser Freude anpacken», sagt Jürg Baur. Annika Bütschi

Nächste Woche wird CVP-Politiker Jürg Baur voraussichtlich als neuer Präsident des Einwohnerrats gewählt. Brugg habe ein grosses Potenzial, ist er überzeugt, gerade als starke Bildungs- und Wirtschaftsregion.

«Brugg handelt – Brugg verbindet – Brugg bewegt»: Unter dieses Motto will Jürg Baur seine zweijährige Amtszeit stellen. An der ersten Sitzung des Einwohnerrats am 24. Januar wird der CVP-Politiker voraussichtlich als neuer Präsident gewählt.

Er möchte handeln, nicht wegschauen, sagt Baur. «Aufgaben und Verantwortungen müssen wir angehen, uns positionieren. Wir müssen für das Wichtige einstehen.» Wo konkret, zeigt er an Beispielen auf: beim Durchgangsverkehr mitten durch das Zentrum Brugg-Windisch, bei der engen Bahnhofunterführung, dem sogenannten «Mausloch», oder aber bei den Ressourcen, die sorgfältiger zu nutzen seien.

Potenzial ist gross

Von Bedeutung sei das Verbindende: «Ich möchte gesteckte Ziele gemeinsam erreichen», hält Baur fest. «Einerseits sind Aufgaben innerhalb der Stadt Brugg zu lösen, anderseits müssen wir unsere Grenzen aufbrechen und die Region mit einbeziehen.»

Potenzial sei gross, fährt der designierte Einwohnerratspräsident fort und verweist auf den Campus der Fachhochschule Nordwestschweiz, das Naherholungsgebiet oder das reiche Kulturerbe. Pflegen will er ebenfalls die guten Beziehungen mit dem Einwohnerrat Windisch.

«Für eine starke Bildungs- und Wirtschaftsregion braucht es dringend vereinte Kräfte», sagt Baur. Denn zusammen könne vieles bewegt werden, könne Neues und Gutes entstehen. «Mit gezielten Massnahmen und Aktivitäten kann eine nachhaltige Entwicklung gefördert werden.»

Verschiedene Beispiele von regionaler Zusammenarbeit zeigen Erfolg, führt Baur aus und nennt als Stichwort den slowUp Brugg Regio, einen Grossanlass, bei dem er selber OK-Mitglied ist – «eine tolle Sache». Sein Organisationstalent bezeichnet er übrigens als eine seiner Stärken.

Mit einer gewissen Lockerheit

«Ich werde die anstehenden Aufgaben mit grosser Freude anpacken», sagt Baur. Selbst bei schwierigen Geschäften, lautet seine Überzeugung, müsse das Politisieren Freude machen, dürfe eine gewisse Lockerheit nicht fehlen – «solange sachbezogen, ausgewogen und auf eine faire Art diskutiert wird und die Seriosität nicht leidet». Denn: «Der Einwohnerrat hat einen Auftrag und trägt eine grosse Verantwortung gegenüber der Bevölkerung und der Stadt.»

Für ihn werde es eine interessante und spannende Erfahrung sein, bei den Sitzungen auf der anderen Seite zu stehen, nicht in der Position zu sein, die Forderungen stellen zu können.

Das Klima im Einwohnerrat erlebt Baur als sehr angenehm. Vertrauen, Ehrlichkeit und Offenheit seien wichtige Grundlagen. «Es findet ein reger Austausch über die Parteigrenzen hinweg statt. Entscheide werden akzeptiert, andere Ansichten werden respektiert.»

Auch in der neuen Zusammensetzung hofft er auf ein gutes Einvernehmen. Einzelne Debatten, fügt er an, könnten zeitweise vielleicht noch etwas «engagierter» geführt werden. Respekt hat Baur davor, einmal einen Stichentscheid fällen zu müssen. «Man weiss genau, dass man die Hälfte im Saal gegen sich hat.» Mit einem Lachen fügt er an: «Aber dieser Herausforderung werde ich mich stellen.»

Vor allem ein Koordinator

Auch wenn das Amt als Einwohnerratspräsident gewisse Gestaltungsmöglichkeiten biete, sieht sich Baur vor allem als Koordinator. Mit seiner persönlichen Meinung werde er sich während seiner Amtszeit zurückhalten, stattdessen werde er für intakte Rahmenbedingungen und Voraussetzungen sorgen, damit die anstehenden Geschäfte professionell behandelt werden können.

Überdies wolle er ein offenes Ohr haben für alle und bei Problemen Möglichkeiten oder Lösungen aufzeigen. «Es ist mir wichtig, dass die Anliegen und Aufgaben von Einwohnerrat und Bevölkerung in einem guten Umfeld besprochen werden können.»

Er werde viel lernen können und neue Kontakte knüpfen, ist er sich sicher. Die Belastung, da macht sich Baur ebenfalls keine Illusionen, werde merklich steigen. Neben der Sitzungsleitung mit Vor- und Nachbearbeitungen kämen die vielseitigen Repräsentationsaufgaben dazu.

Für ihn seien diese nicht nur eine Last. Im Gegenteil: Er sei offen, gehe gerne auf Menschen zu. «Es erfüllt mich auch mit Stolz, die Stadt Brugg bei verschiedenen Gelegenheiten vertreten zu dürfen.» Allerdings werde er – aus zeitlichen Gründen – Prioritäten setzen, bestimmt das eine oder andere Mal einen Anlass absagen müssen, obwohl es ihm grundsätzlich schwer falle, Nein zu sagen. «Auch das werde ich noch lernen», sagt er und schmunzelt.

Ganz auf seine Hobbys verzichten will er nämlich nicht. «Ich bin ein aktiver Mensch und brauche den Sport und die Familie als Ausgleich.» Und einen Schnitzelbank-Abend oder seine Auftritte als Samichlaus werde er sich ebenfalls nicht nehmen lassen.

Einwohnerrat Brugg Freitag, 24. Januar, 19.30 Uhr, Rathaussaal.

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