Wer hätte vor 20 Jahren gedacht, dass ein so eigenwilliges Projekt über einen so langen Zeitraum eine so grosse Popularität geniessen würde? Im Jahre 1998 machten sich die Lupfiger über das Pfingstwochenende auf ihre erste gemeinsame Reise ins nahe Ausland. Initiiert vom Postauto-Chauffeur Hans Frey und mitorganisiert vom damaligen Gemeindeammann Ernst Seeberger, der zu jener Zeit auch Lehrer und Freizeit-Carchauffeur bei Eurobus war, führte der Ausflug ins Südtirol und dauerte drei Tage.

Was als Experiment begann und nicht nur das Reisen an sich zum Ziel hatte, sondern auch das Kontaktknüpfen und Vertiefen der teilnehmenden Lupfiger, hat sich im Laufe der Jahre zu einer eigentlichen Institution, einem fixen Bestandteil im Jahreskalender der Gemeinde, entwickelt.

Reise dauert bis zu fünf Tage

Viele Ziele sind schon angesteuert worden: das Elsass, die Provence, Dresden, Wien, Bayreuth, die Toscana – um nur einige zu nennen. «Kulturstress pur ist das!», hat Ernst Seeberger dies einmal genannt. Geändert hat sich in all den Jahren nur wenig: Noch immer organisiert Seeberger zusammen mit Eurobus die Reisen, noch immer stossen die Ausflüge auf grosses Interesse im Dorf (und darüber hinaus), noch immer gönnen sich die Lupfiger um Pfingsten herum diesen «Kulturstress pur». Nur die Anzahl der Reisetage hat sich auf vier bis fünf Tage erhöht, und Ernst Seeberger lenkt nun altershalber den Reisecar nicht mehr selbst, sondern überlässt dies seit einigen Jahren Fredi Romann, dessen Frau Marion Romann bei Eurobus Gruppenreisen organisiert und zusammen mit Seeberger die Reiseleitung übernimmt.

Die diesjährige Reise führte die Lupfiger Richtung Salzburg. Nicht nur die Mozartstadt an sich mit ihren vielen Sehenswürdigkeiten (wie die wunderbare Gartenanlage von Schloss Mirabell, die Getreidegasse oder der Dom) stand im Mittelpunkt des Interesses; auch die nähere und weitere Umgebung wollte erkundet sein: das von König Ludwig II. von Bayern erbaute Schloss Herrenchiemsee, Oberndorf mit seiner «Stille-Nacht-Kapelle», die einzigartige Landschaft des Salzkammerguts oder auch das Gebiet um Berchtesgaden.

Chräbeli von Olga Knecht

Gleich dreimal wurde zu einer Fahrt auf dem Schiff gebeten: auf dem Chiemsee, dem Wolfgangsee und – ein eindrücklicher Höhepunkt – auf dem Königssee hin zur berühmten Kapelle St. Bartholomä. Auch die kulinarischen Interessen der Teilnehmer kamen auf dieser Reise nicht zu kurz. Sei es beim Genuss der feinen österreichischen Speisen oder dem von Eurobus zur 20. Reise offerierten Apéro mit den eigens für den Anlass von Olga Knecht gebackenen, unvergleichlichen Chräbeli.

Gesättigt von vielen positiven Eindrücken und gutem Essen, kehrten die Lupfiger zwar müde, aber zufrieden in ihre Heimat zurück. «20 Reisen wären eigentlich eine gute Zahl, um den traditionellen Anlass abzuschliessen», meinte Ernst Seeberger auf der Heimreise noch, «aber Fredi Romann, unser Fahrer, hat gesagt, dass 25 doch auch eine schöne Zahl sei!» (AZ)