Veltheim

Kühe und Kälber schlafen in Notunterkunft

Landwirt Ernst Salm vor dem Stall, der durch einen Grossbrand ausgebrannt ist. (Bild: Walter Schwager)

Folgen des Brandes

Landwirt Ernst Salm vor dem Stall, der durch einen Grossbrand ausgebrannt ist. (Bild: Walter Schwager)

Die Folgen des Grossbrandes auf dem Berghof sind nicht zu unterschätzen: Die Tiere sind obdachlos und brauchen eine neue Unterkunft. In fünf bis sechs Wochen soll der Stall wieder aufgebaut werden.

Nähert man sich den Ställen des Berghofes, steigt einem der Duft von kaltem Rauch in die Nase. Die Balken der hinteren Scheune sind rabenschwarz, das Dach fehlt grösstenteils. Ein paar Siloballen liegen noch da, der Rest ist dem Feuer zum Opfer gefallen. «Es war der ganze Vorrat für den nächsten Sommer», sagt Ernst Salm, Landwirt des Berghofes ob Veltheim. 100 Ballen, einfach weg. «Wir werden welche zukaufen müssen.» Von den 20 Tonnen Stroh, das auf dem Zwischenboden lagerte, ist nichts mehr brauchbar: Entweder ist es verbrannt oder wurde vom Löschwasser total durchnässt.

Tiere haben sich selber gerettet

In der Nacht von Sonntag auf Montag wurde Salm von den Polizeisirenen geweckt. «Ich habe von meinem Schlafzimmer aus gesehen, wie die Flammen in den Himmel schossen.» Der Schock war gross. Sein erster Gedanke: die Kühe! Glücklicherweise konnten sich diese selber retten und flohen in die angrenzende Futterhalle. Der Feuerwehrkommandant fürchtete jedoch, sie würden zurück in den Schlafstall rennen. Salms Schwager habe später erklärt, dass Kühe reflexartig vor dem Feuer fliehen; Schweine und Geflügel aber laufen den Flammen entgegen.

Wie die Kantonspolizei gestern mitteilte, weisen die bisherigen Ermittlungen darauf hin, dass ein technischer Defekt an einem Bagger Brandursache war. «Dieser Hoftrax hat an der Stelle des Brandherdes gestanden», erklärt Salm und weist auf das verkohlte Fahrzeug. Mit dem kleinen Bagger wurde jeden Morgen der Mist aus dem Stall geschoben. «Ich bin froh, wenn ich weiss, dass es die Maschine war», sagt der Landwirt Salm. «Angenommen, es wäre Brandstiftung gewesen, würde eine ständige Angst bestehen bleiben, dass es wieder passieren könnte.»

Unterstützung aus dem Dorf

Die Scheune, Schlafplatz für 50 Kühe und Kälber, ist niedergebrannt. Der Berghof befindet sich weit ausserhalb des Dorfes, was die Löscharbeiten erschwerte. Es entstand ein Sachschaden von rund 200000 Franken. Doch der Bauer konnte auf Unterstützung zählen: «Am Montagmorgen kamen viele Freiwillige, um beim Aufräumen und beim Einrichten eines neuen Schlafplatzes mitzuhelfen.» Bis zum Abend richteten sie eine Notunterkunft für die Muttertiere mit ihren Kälbern ein: Das Vordach der Maschinenhalle wurde eingezäumt und mit Stroh ausgelegt.

Sobald die Brandruine freigegeben wird, möchte der 61-jährige Bauer zusammen mit seinem Sohn Benjamin den Stall abbrechen. «Die grösste Sorge bereitet uns momentan die Entsorgung», erklärt Salm. «Noch vor ein paar Jahren hätten wir die verkohlten Balken in einer Grube verbrannt und das restliche Stroh aufs Feld gebracht.» Heute sei das aufgrund verschärfter Vorschriften nicht mehr möglich. Der verwüstete Stall wurde vor zehn Jahren gebaut, als der Berghof von Milchbetrieb auf Muttertierhaltung umstellte. «Damals habe ich keine Versicherung für die Entsorgung abgeschlossen.» Salm muss diese Kosten also selber tragen. Die Familie betreibt zusätzlich eine Güggelimast und veranstaltet jährlich einen Strohballenwettbewerb.

Die gute Nachricht: Der Schlafstall sollte in fünf bis sechs Wochen neu aufgebaut sein. «Ich hoffe es», sagt Salm. Spätestens dann kann auf dem Berghof wieder der Alltag einkehren.

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