Brugg
Krippenfiguren nicht nur an Weihnachten im Einsatz

Seit 20 Jahren inszeniert Lisbeth Hänggli zusammen mit Silvia Krieg und weiteren Freiwilligen die Egli-Figuren und Krippe im Gotteshaus. Mit wenigen Handgriffen können sie die Figuren auch verwandeln. Ein Hirt wird dann zum König oder Drögeler.

Claudia Meier
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Krippenfiguren in Brugg
9 Bilder
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St. Nikolaus-Kirche Brugg

Krippenfiguren in Brugg

Chris Iseli

«Es ist die letzte Tätigkeit, die ich abgeben werde», sagt Lisbeth Hänggli in der Sakristei der katholischen Kirche St. Nikolaus Brugg. Seit 20 Jahren inszeniert sie zusammen mit Silvia Krieg und weiteren freiwilligen Frauen die Egli-Figuren und Krippe im Gotteshaus. Nächstes Jahr wird Hänggli pensioniert, die Arbeit mit den Egli-Figuren will sie aber nicht missen.

Die über einen Meter grossen Egli-Figuren gehören zu Brugg wie das Amen zur Kirche. Mit einem Legat von zwei Frauen in der Höhe von 20000 Franken konnte die Kirchgemeinde die alten Gipsfiguren ersetzen. «Wir wissen bis heute nicht, von wem dieses Legat für neue Krippenfiguren war», rätselt Hänggli.

Schuhe und Kleider selber genäht

Unter der Leitung von Gestalterin Doris Egli aus Baar entstanden im Februar 1992 die ersten Figuren mit Bleifüssen und beweglichen Gelenken – ähnlich wie die Schwarzenberger-Figuren. In Gruppen fertigten die Frauen Kleider und Schuhe. Heute tragen die Figuren Römerschuhe. Die Kleider sind aus Leinen-, Baumwoll- sowie leichten Wollstoffen und mit Naturfarben gefärbt. Ein Jahr später kamen die drei Könige dazu.

«Als Lehrerin für Textiles Werken war ich motiviert, beim Kleidernähen mitzumachen», erinnert sich Silvia Krieg. Heute schätzt sie die Gemeinschaft und die Teamarbeit mit den drei anderen Krippenfrauen.

Aus dem Hirten wird ein Drögeler

Die acht Figuren und das Jesuskind sind multifunktional. Den Frauen mangelt es nicht an Ideen für neue Szenen. Da kann aus einem Hirten auch mal ein Drögeler oder Bettler entstehen. Das Leinengewand weicht dann Jeans und Pullover. «Mit wenigen Bewegungen können wir die Puppen verändern und sie bekommen einen ganz anderen Ausdruck. Das gefällt mir», sagt Christina Diethelm.

Die Brugger Egli-Figuren waren auch schon auf Reise und Teil einer Ausstellung in Muri, wo sie in einer Abendmahl-Szene integriert wurden. «Man könnte noch so viel machen», so Hänggli und richtet eine Figur auf.

Krippe ist keine Spielecke

«Die Arbeit mit den Krippenfiguren ist meine persönliche Vorbereitung auf Weihnachten», sagt Catherine Dora aus Merenschwand. Obwohl sie nicht mehr in Brugg wohnt, bleibt sie mit den Egli-Figuren verbunden. Die biblische Szene am Adventssonntag richtet sich nach dem Inhalt der Lesung oder des Evangeliums. Sie wiederholt sich alle drei Jahre.

Das eingespielte Team konnte am Freitag allerdings – etwas überraschend – die Szene «Juble, Tochter Zion!» für den dritten Adventssonntag nicht aufstellen. In der Kirche wurde eine neue Hörschlaufe eingebaut, was ziemlich viel Staub aufwirbelte. Schwerhörige dürfen sich dafür nicht nur über die Figuren, sondern auch auf bessere Akustik bei den Festtagsgottesdiensten freuen.

An der Familienfeier an Heiligabend ist das Team manchmal etwas angespannt. «Einige Leute wissen leider nicht, wie man sich in einer Kirche benimmt. Die Krippe ist keine Spielecke», sagt Krieg. «Das Schönste ist, die vielen staunenden Blicke zu sehen», zieht Hänggli Bilanz.

Roratefeier mit anschliessendem Morgenessen am Mittwoch, 19. Dez., um 6.15Uhr, Familienfeier mit Weihnachtskrippe, Montag, 24. Dez. um 17 Uhr.