Brugg

Kredit für Regenbecken Altenburg in Brugg bewilligt – zum zweiten Mal

Die Visualisierung zeigt die Zugangstüre in der Böschung zum unterirdisch angelegten Regenbecken Altenburg in Brugg.

Regenbecken Altenburg Brugg

Die Visualisierung zeigt die Zugangstüre in der Böschung zum unterirdisch angelegten Regenbecken Altenburg in Brugg.

Der Einwohnerrat Brugg hat am Freitagabend den Kredit von 2,556 Mio. Franken für den Bau des Regenbeckens Altenburg klar genehmigt.

Zum zweiten Mal ist das Regengecken Altenburg ein Thema gewesen im Einwohnerrat Brugg. Der Kredit von 2,556 Mio. Franken ist nach mehreren ausführlichen Wortmeldungen mit 33 zu 11 Stimmen angenommen worden.

Zur Erinnerung: Der Bau wurde zwar bereits vor zwei Jahren mit grosser Mehrheit bewilligt vom Einwohnerrat. In der Referendumsabstimmung im März 2018 schickte das Stimmvolk den Kredit allerdings klar bachab.

Es handle sich um ein Projekt für den Umwelt- und Gewässerschutz, betonte Stadtrat Reto Wettstein (FDP) am Freitagabend. Derzeit könne das Abwasser von Strassen und Plätzen aus dem Gebiet Brugg West bei starkem Regen direkt und ungefiltert in die Aare gelangen, was gemäss Gewässerschutzgesetz verboten sei. Alternative Lösungen und Standorte seien zwar geprüft worden, hätten sich allerdings als nur teilweise realisierbar und ein Mehrfaches teurer herausgestellt.

Im geplanten, unterirdisch angelegten Regenbecken Altenburg – dieses verfügt über ein Speichervolumen von 300 Kubikmetern – wird das Abwasser zurückgehalten. Es findet eine mechanische Vorklärung statt, viele Schmutzstoffe setzen sich ab.

Versickern lassen ist kostengünstiger

Silvia Kistler (FDP) und Barbara Iten (CVP) unterstützten die Vorlage. Erstere sprach von der richtigen Lösung, letztere wies gleichzeitig aber auch darauf hin, dass ein Umdenken stattfinden müsse beim Wasser, mit einer Trennung von Sauber- und Schmutzwasser.

Der Wille, das Regenwasser künftig versickern zu lassen, sah Konrad Zehnder (EVP) nicht. Deshalb könne er dem Geschäft nur halbherzig zustimmen. Adriaan Kerkhoven (GLP) hob hervor, dass es viel kostengünstiger sei, das Regenwasser versickern zu lassen. Er lehnte – anders als sein Parteikollege Markus Lang – den Kredit ab. Titus Meier und Peter Haudenschild (beide FDP) zeigten sich überzeugt, dass die Stadt nicht um einen Bau herumkommen werde.

Die zwar ausführliche, aber immer noch gleiche Vorlage habe die Grünen ziemlich ratlos zurückgelassen, führte Urs Bürkler aus. Alternativen würden keine aufgezeigt, konkrete Zahlen fehlten. «Das reicht nicht für eine Entscheidungsfindung.» Sein Parteikollege Yves Gärtner wollte mit einem Nein ein Zeichen setzen gegen die bestehenden Richtlinien des Kantons.

Martin Brügger (SP) äusserte Zweifel an der Wirksamkeit des Regenbeckens, sprach von einem Unding, das am Aareufer vorgesehen ist. Seine Parteikollegin Alessandra Manzelli stellte den Antrag, dass der Baukredit erneut einer Urnenabstimmung unterstellt wird. Dieser Antrag wurde allerdings mit 14 zu 31 Stimmen abgelehnt.

Rita Boeck wird neu die höchste Bruggerin

Mit grosser Mehrheit genehmigt haben die 49 anwesenden Einwohnerräte sämtliche Einbürgerungen sowie die Weiterführung der «Wirkungsorientierten Verwaltungsführung» bei der Feuerwehr für die Jahre 2020 bis 2023 mit einem Globalkredit von 1,8 Mio. Franken.

Mit 44 Stimmen als neue Präsidentin des Einwohnerrats für die Amtsperiode 2020–21 gewählt worden ist Rita Boeck (SP). Neuer Vizepräsident wird Michel Indrizzi (FDP). Er erhielt 34 Stimmen. Als Stimmenzähler gewählt wurden Matthias Rüede (CVP) und Samuel Moor (Grüne). Den Sprung in die Finanzkommission schaffte Reto Bertschi (SP).

Die beiden Postulate sowie die Interpellation wurden – wegen der fortgeschrittenen Stunde – nicht mehr behandelt.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1