Windisch
Kredit bewilligt: Der Sozialdienst in Windisch erhält mehr Platz

Die Abteilungen Sozialdienst und Finanzen können ihren Standort tauschen im Gemeindehaus Windisch.

Michael Hunziker
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Die Abteilung Sozialdienst kann im Gemeindehaus vom 5. in den 1. Stock ziehen.

Die Abteilung Sozialdienst kann im Gemeindehaus vom 5. in den 1. Stock ziehen.

zvg

Der Windischer Einwohnerrat hat am Mittwochabend dem Kredit von 250 000 Franken für den Umbau der Abteilungen Sozialdienst und Finanzen im Gemeindehaus mit 30 zu 2 Stimmen deutlich zugestimmt.

Gemeinderat Max Gasser betonte, dass dringender Handlungsbedarf besteht bei der Abteilung Sozialdienst im 5. Stock: Die Fallzahlen steigen, der Platz ist eng. Die SVP störte sich allerdings daran, dass im 1. Stock – in der heutigen Abteilung Finanzen – neu Einzelbüros eingerichtet werden sollen für die Sozialarbeiterinnen. Es werde ein völlig falsches Zeichen gesetzt, bei einem künftigen Wachstum der sozialen Dienste würden sowohl der Platzbedarf als auch die Kosten enorm steigen, hielt Bruno Schmid fest. Er wies auf die Vorteile eines Grossraumbüros hin und stellte einen Rückweisungsantrag.

Die CVP unterstützte den Rückweisungsantrag, brachte als Lösung allerdings eine Rochade mit dem Gemeinderatszimmer ins Spiel. Es müsse, sagte Elsbeth Hofmänner, eine günstigere Lösung geben mit weniger Umbau- und Zügelarbeiten sowie Anpassungen.

Martin Weber und Mirjam Aebischer (beide SP) hielten dagegen: Einzelbüros seien ein Muss, um vertrauliche Gespräche führen zu können, sagte Weber. Das bestehende Büro bezeichnete er als geradezu beengend. Und Mirjam Aebischer ergänzte, dass ein Sozialdienst nicht zu vergleichen sei mit einer Personalabteilung einer Firma. Es gehe um Personen, die Hilfe brauchen. Der Rückweisungsantrag wurde mit 9 zu 26 Stimmen klar abgelehnt.

Gemeinderat Max Gasser wies darauf hin, dass verschiedene Varianten geprüft wurden, durch eine andere Lösung aber keine Kosten gespart werden könnten. Die FDP anerkannte die Notwendigkeit und das geplante Vorgehen. Auch die Kosten seien realistisch, sagte Peter Vismara. Er sprach von einer zweckmässigen Lösung und zeitgemässen Strukturen. Ilaz Karij (SP) zeigte sich nicht einverstanden mit der Absicht, den künftigen Schalter der Abteilung Sozialdienst mit Panzerglas auszustatten. Dieses Geld könnte stattdessen in die Weiterbildung der Mitarbeitenden investiert werden.

Motion nicht überwiesen

Diskussionslos und einstimmig angenommen haben die 37 anwesenden Einwohnerräte – von insgesamt 40 – weiter die Kreditabrechnung Kreisel Baschnagel sowie die Kreditabrechnung Inlinersanierungen. Ebenfalls unumstritten war die Auflösung des Jugend-/Kulturfonds per Ende Jahr. Diese wurde einstimmig genehmigt. Ab 2019 werden die Beiträge an die Vereine im Budget eingestellt. Nicht überwiesen – mit 21 zu 11 Stimmen – wurde dagegen die Motion der FDP-Fraktion betreffend Tagesstrukturen.

Über den Kredit von 540 000 Franken für die Projektierung eines neuen Betriebsstandorts für das Bauamt sowie das Elektrizitäts- und Wasserwerk wurde – noch – nicht entschieden. Der Gemeinderat zog das Geschäft zurück. Gemeindepräsidentin Heidi Ammon erklärte, dass sich der Gemeinderat an seiner Klausur mit der Finanzstrategie befasst hat. Die Planung des Betriebsstandorts werde in die – gesamtheitlichen – Überlegungen einfliessen.

In Pflicht genommen worden sind Naomi Rupp (SVP), Werner Rupp (SVP) sowie Suvat Karavus (SP), da sie an der konstituierenden Sitzung im Januar gefehlt hatten.

Sie ist eine Heldin

Gewürdigt wurde zu Beginn der Sitzung überdies das Wirken von SP-Einwohnerrätin Ligia Vogt. Sie hilft Migrantinnen bei der Integration und betreut Opfer von häuslicher Gewalt oder sexueller Ausbeutung. Vom Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) war sie für ihr freiwilliges Engagement nominiert worden als «Heldin des Alltags».

Einwohnerratspräsident Dave Roth dankte für den Rieseneinsatz. Ligia Vogt diskutiere nicht nur über Integration, sondern packe an und gehe dorthin, wo es wirklich nötig sei, sagte Roth. Sie überwinde grosse Hürden – beharrlich, ausdauernd und mit sehr viel Menschlichkeit. «Für uns bist du auch eine Heldin.»