Musik

Kreative Musiker: Dub Spencer & Trance Hill nehmen das Kettenhemd als Schlaginstrument

Dub Spencer & Trance Hill bezeichnen ihre Musik als instrumentalen psychedelischen Dub-Reggae mit Rock- und Trance-Einflüssen. (Bild: Ina Wiedenmann)

Dub Spencer & Trance Hill bezeichnen ihre Musik als instrumentalen psychedelischen Dub-Reggae mit Rock- und Trance-Einflüssen. (Bild: Ina Wiedenmann)

Im Vindonissa-Museum spielten die Herren ein aussergewöhnliches Live-Konzert mit Sounds der Antike und Moderne.

Wie hört sich ein Konzert aus lateinischen Befehlen, gackernden Hühnern, klapperndem Geschirr, Schritten im Marschtempo und einem mahlenden Mühlstein an? Die Dub-Reggae-Band aus Luzern hat davon eine genaue Vorstellung, denn ihre Musikproduktion «Dub» verbindet den aus Jamaika stammenden Roots-Reggae mit Effektgeräuschen und mischt beides völlig neu.

Dieses aussergewöhnliche und einmalige Klangerlebnis zog gut 50 Zuhörer mitten ins Römerlager. Der Dub-Profi Umberto Echo sorgte am Mischpult dafür, dass sich der Musik-Mix gut im Raum verteilt.

Die Leiterin des Vindonissa Museums, Rahel Göldi, und der Projektleiter der Soundwerkstatt «Tumultus», Michael Melchior, verfolgen mit diesem Konzert zwei Ziele: Erstens sollen auf diese Weise Menschen ins Museum gelockt werden, die sonst nie hierherkommen würden und zweitens soll damit ein neues Format in einem archäologischen Museum erprobt werden. «Die Konzertreihe ‹Tumultus› möchte die Vielfalt der Musik aufzeigen und mit dem Römischen Reich verbinden», erklärt Melchior die Grundidee der Soundwerkstatt.

Langsam füllt sich die obere Etage des Museums. «Die Türöffnung ist ganz bewusst eineinhalb Stunden vorher, um die Leute neugierig auf dieses Museum zu machen», sagt Melchior.

Dann geht es los. Die römische Tuba erklingt, alle hören sofort aufmerksam zu, denn Rochus, alias Roger Pfyl, zieht feierlich mit dem schlanken, etwa 1,2 Meter langen Signal-Blechblasinstrument ein und eröffnet das Konzert von Dub Spencer & Trance Hill.

Es ist dunkel im Museum, nur noch die vier Musiker sind zu hören: Philipp Greter an den Tasteninstrumenten, Masi Stalder am E-Bass, Markus Meier an der Gitarre und Julian Dillier am Schlagzeug. Sie sind in Schwarz gekleidet und verschmelzen auf der Bühne fast mit dem dunklen Hintergrund. Farbige Lichteffekte sorgen für Konzertstimmung und römischen Requisiten, wie zum Beispiel der Helm oder das Kettenhemd kommen als Schlag-Instrumente zum Einsatz.

Der Zuhörer kann sich ganz auf die Musik konzentrieren, die die Band als instrumentale psychedelischen Dub-Reggae mit Rock und Trance-Einflüssen bezeichnet und nun durch den Raum wabert. Melchior empfahl vor dem Konzert, dabei die Augen zu schliessen, wenn möglich die Beine hochzulegen und den Sound so zu geniessen.

Die überwiegend jungen Zuhörer scheinen an diesem Abend teilweise wie der Welt entrückt, sie hören nicht nur zu, sie tanzen und lassen sich ganz von den Klängen der Moderne und Antike gefangen nehmen. «Ist das nicht toll?», fragt einer der Besucher seinen Nachbarn mit verklärtem Blick. Rahel Göldi hat übrigens bereits eine Vorstellung von «Tumultus 3», möchte es aber noch nicht verraten. Ihr ist nämlich wichtig, dass das Museum stets durchlässig ist und mit ungewöhnlichen Veranstaltungen wie diesen neue Anreize schafft.

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