Brugg

Kreative Klasse – trotz verhaltener Begeisterung für Klassik

Die Klasse 2A der Realschule Langmatt mit Lehrer Christoph Urech.

Die Klasse 2A der Realschule Langmatt mit Lehrer Christoph Urech.

Die Klasse 2A der Realschule Langmatt hat zu Vivaldis «Die vier Jahreszeiten» eine Power-Point-Präsentation erstellt, die anlässlich einer Aufführung des Orchestervereins Brugg in der reformierten Kirche gezeigt wird.

Die Idee, Schulgängige durch klassische Musik zur gestalterischen Arbeit zu animieren, kam von Orchesterverein-Dirigent Markus Joho. Gemeinsam mit den Lehrkräften Christoph Urech, Manuela Kinzinger (Zeichnen) und Lea Eiermann (Musik) hörten sich die Jungwüchsigen (alle um die 14 Jahre) das wohl bekannteste Werk von Antonio Vivaldi auf CD an.

Vielfältige Präsentation

Das ganze Jahr wurde das Thema immer wieder im Unterricht aufgenommen. Dazu malten die Schüler und Schülerinnen Bilder, machten Scherenschnitte und Origami-Figuren und gestalteten aufgrund von Konstruktionsplänen des Natur- und Vogelschutzvereins Nistkästen, die sie im nahegelegenen Wald platzierten.

Urech: «Wir hoffen, dass sich die gefiederten Gäste dort niederlassen und kontrollieren im Herbst, ob die Vogelhäuschen bewohnt sind und von wem.»

Ganz unterschiedlich haben die Kinder «ihre» Jahreszeiten dargestellt. Schneemänner sind zu sehen, abstrakt anmutende Sommerlandschaften in sattem Gelb und Rot, ein Korb voller Blätter, der den Herbst symbolisiert usw. Man darf sich also am Konzertabend auf eine vielfältige Power-Point-Präsentation freuen.

«Das Stück beruhigt»

Den Zugang zur klassischen Musik fanden allerdings nur wenige. Jan kannte «Die vier Jahreszeiten» schon vom Fernsehen und meinte: «Das Stück beruhigt, wenn man es mit der Musik von heute vergleicht.» Für Igor war das Vivaldi-Konzert «nicht so sein Ding». Aber die Erfahrung zu Melodien etwas Gestalterisches zu machen, fand er gut.

Vanessa zeigte sich fasziniert von den Proben des Orchestervereins Brugg, denen sie mit der Klasse beiwohnen durfte. Die CD, aufgrund derer sie ihre Arbeiten gestaltete, betitelte sie allerdings als «relativ fade».

Und Patricia hatte die Musik überhaupt nicht gefallen. «Ich empfand die ganze Übung eher als Pflichtnummer.» Wenn man ihr wunderschönes Bild zum Herbst anschaut, mag man ihr kaum glauben.

Überhaupt erwies sich die Klasse als sehr kreativ. Klassenlehrer Urech ist stolz auf sie. Und die Jugendlichen selber wären es vielleicht auch, wenn sie erleben würden, wie die Fotos ihrer Erzeugnisse aus dem Unterricht zu den Klängen des Orchestervereins Brugg vor grossem Publikum gezeigt werden.

Aber sie sind im Lager – und hören mit Garantie ausschliesslich ihre Lieblingsmusik.

Mittwoch, 12. Juni, 20 Uhr, ref. Stadtkirche Brugg; 8 Stücke Opus 44III von Paul Hindemith; «Die vier Jahreszeiten», Opus 8, von Antonio Vivaldi; mit PowerPoint-Beiträgen der Schüler und Schülerinnen; Ensemble: Orchesterverein Brugg; Leitung: Markus Joho; Solistin: Sonja Jungblut (Geige).

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