Im Mai ist es in Schinznach-Bad beinahe zur Katastrophe gekommen, als der über zehn Tonnen schwere und 57 Meter lange Ausleger eines Baukrans auf die Zuggleise kippte – just, als die S29 mit 110 Stundenkilometern, unterwegs von Turgi nach Aarau, dort entlangfuhr. Der Ausleger traf die Führerkabine des Zugs. Lokführerin Franziska Aellen reagierte geistesgegenwärtig. Sie erkannte innerhalb weniger Sekunden die gefährliche Situation, leitete sofort eine Schnellbremsung ein und brachte sich in Sicherheit. So konnte Schlimmeres verhindert werden; keiner der 40 Fahrgäste wurde verletzt.

Konsequenzen hat der Unfall dennoch. Der Monteur des gekippten Krans wurde jetzt verurteilt, wie die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Aargau, Fiona Strebel, gegenüber Tele M1 bestätigt. Das Urteil lautet auf fahrlässige Störung des Eisenbahnverkehrs und fahrlässige Gefährdung von Mitmenschen durch Verletzung der Regeln der Baukunst. Der Beschuldigte hat das Urteil akzeptiert, er kassiert eine bedingte Geldstrafe von 90 Tagessätzen und muss eine Busse von 2000 Franken bezahlen.

Zum Unfall gekommen ist es beim Demontieren des Krans direkt neben der Bahnstrecke. Der beschuldigte Monteur hatte an diesem Morgen den Auftrag, einen defekten Turmdrehkran zu demontieren. Dabei machte er einen folgenschweren Fehler, hakte den Ausleger am falschen Punkt ein, wodurch der Hauptausleger nicht mehr im Gleichgewicht war. So fiel er mit der Spitze voran auf die Gleise.

Lokführerin Franziska Aellen ist für ihr Handeln für den diesjährigen NAB-Award nominiert worden. Der fehlbare Kranmonteur habe nicht gewollt, dass es zum Unfall komme. Dass er jetzt dafür belangt werde, tue ihr leid, sagt sie gegenüber Tele M1. 

Kranunfall in Schinznach-Bad: Diese Passagiere hatten einen Schutzengel

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Video vom Mai 2018