Brugg

«Kraft für die Zukunft geben»: Der Verein Secosaf greift Afrikanern unter die Arme

Der Verein Service Conseil Social Africain setzt sich dafür ein, dass afrikanischstämmige Menschen in der Schweiz eine Arbeit finden.  (ZVG)

Der Verein Service Conseil Social Africain setzt sich dafür ein, dass afrikanischstämmige Menschen in der Schweiz eine Arbeit finden. (ZVG)

Auf dem Neumarktplatz in Brugg präsentiert der Afrikanische Sozialberatungsdienst erstmals sein Wirken.

Die meisten Einwanderer vom afrikanischen Kontinent haben eine vorübergehende Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz. Die Arbeitssuche, aber auch die Integration, fällt vielen schwer. Häufig hätten auch Schweizer mit afrikanischen Wurzeln Mühe, eine Arbeit zu finden. Das sagt der Verein Secosaf (Service Conseil Social Africain oder Afrikanischer Sozialberatungsdienst).

Dieser wurde im Jahr 2014 von Afrikanern in der Schweiz gegründet, die selber zugewandert sind. Das Ziel: die Integration von Menschen aus Afrika in die Schweizer Gemeinschaft. Der Verein bietet mittlerweile auch Beratung und Unterstützung bei der Arbeitssuche für diese Menschen an. Oberstes Ziel ist der Kampf gegen die Arbeitslosigkeit.

Wie schwierig es am Anfang in einem fremden Land ist, weiss auch François Mukunayi, Präsident von Secosaf. Er kam 1995 aus der Demokratischen Republik Kongo (ehemals Zaire) in die Schweiz. Als Sportlehrer hatte er aber immerhin eine gute Grundausbildung. «Nicht alle Afrikaner haben eine gute Schulbildung», sagt er. «Das macht es umso schwieriger, sich in der Schweiz zurechtzufinden.»

Eine Brücke bilden

Hier will der Verein Abhilfe schaffen. Erstmals betreibt er darum auf dem Neumarktplatz in Brugg einen Infostand. «Wir wollen so alle Menschen von den afrikanischen Nationen zusammenbringen, sie über ihre Möglichkeiten aufklären und ihnen Kraft für die Zukunft geben.» Der Verein will den afrikanischen Bewohnern zeigen, welche Schritte unternommen werden können, um die Sprache zu lernen, eine Ausbildung zu machen, um so die Chancen auf einen Job zu erhöhen. Hilfe zur Selbsthilfe also.

«Wir möchten eine Brücke sein zwischen den Menschen und den Behörden», sagt Mukunayi. Die meisten der Betroffenen seien schon lange in der Schweiz, würden sich bemühen, fänden aber dennoch keinen Job. «Viele wissen dann nicht weiter», so Mukunayi. «Unsere Zielkategorie sind Leute, die nie gearbeitet haben, die vielleicht ausgesteuert oder aus dem Strafvollzug entlassen wurden», führt er aus. «Wir möchten aber auch afrikanische Hausfrauen ansprechen, die bis jetzt zu Hause gewesen sind.»

Vernetzung ist wichtig

Es sei das Ziel des Vereins, Afrikaner, die von sozialen Diensten abhängig sind, ein hohes Alter haben, sprachliche Schwierigkeiten besitzen oder mangelnde Qualifikationen haben, in den Arbeitsprozess zu integrieren. Die Informationen werden auf Französisch, Englisch und Deutsch weitergegeben. Zudem soll ein Tigrinya-Übersetzer vor Ort sein, der Ansprechperson für die eritreische Bevölkerung ist.

Der Verein möchte zudem Sympathisanten und Interessierte gewinnen – auch Einheimische. Die Vernetzung mit Schweizern ist wichtig. Zudem ist Secosaf auf Geld angewiesen. «Wir brauchen für die Arbeit finanzielle Unterstützung», sagt Mukunayi. Denn Secosaf bietet Mentorings und Wegbegleitung an. Unterstützt wird der Verein im Aargau auch von der Anlaufstelle Integration (AIA) sowie dem kantonalen Amt für Migration.

Standaktion Secosaf am Samstag, 9. September von 8 bis 17 Uhr auf dem Neumarktplatz in Brugg. Mehr Infos: 078 646 16 14 (Vereinspräsident).

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