«Die Idee finde ich gut», sagte der ältere Mann beim Verlassen des Saals. Die Idee – «Wohnen im Stöckli» – ist an diesem Abend im Zentrum Lee präsentiert worden. Das Wohnen im Alter – und möglicherweise das «Wohnen im Stöckli» – ist offensichtlich ein Thema. Der Aufmarsch des «Zielpublikums» war jedenfalls beachtlich. Allerdings sind von den rund 1500 Einwohnerinnen und Einwohnern von Riniken 270 Personen älter als 65 und 75 Personen älter als 80 Jahre. Zudem gibt es im Dorf, bis zur Stunde, kein Angebot im Bereich Wohnen im Alter.

«Vor einem halben Jahr ist die Wohnbaugenossenschaft ‹Wohnen im Stöckli› auf den Gemeinderat zugekommen und hat ihre Ideen vorgestellt», erklärte Gemeindeammann Ueli Müller. «Sie hat sich bereit erklärt, Abklärungen im Zusammenhang mit dem Wohnen im Alter vorzunehmen. Inzwischen läuft eine Umfrage von ‹Wohnen im Stöckli›. Zudem hat der Gemeinderat der Genossenschaft Gelegenheit geboten, ihr Konzept vorzustellen.»

Weder Alters- noch Pflegeheim

«Das Stöckli soll eine Möglichkeit sein, um im Alter weiterhin im gewohnten Umfeld leben zu können», sagte Stefan Hasler, Architekt und Präsident der Wohnbaugenossenschaft «Wohnen im Stöckli», die ihr Domizil in Hellikon im Fricktal hat. «Das Stöckli ist aber weder Alters- noch Pflegeheim, und es ist nicht die Universallösung.»

Grundsätzlich sieht das Konzept Gebäude mit altersgerechten Wohnungen vor, die vermietet werden. Im Unterschied zu gewöhnlichen Alterswohnungen weisen die Häuser neben einer Stöckli-Lounge auch eine Gemeinschaftsküche auf. Zum Konzept gehört zudem ein vielfältiges Service-Angebot. Im Publikum – in dem auch aufmerksame Behördenmitglieder aus Nachbargemeinden auszumachen waren – schien die Idee von «Wohnen im Stöckli» grundsätzlich auf gute Aufnahme zu stossen.

«Wer steckt dahinter?», wollte aber jemand wissen. «Welche Bank? Welche Versicherung? Pestalozzi ist ja gestorben.» Wie Stefan Hasler dazu erklärte, stehen hinter der Wohnbaugenossenschaft «Wohnen im Stöckli» sieben Privatpersonen, die auch für die Finanzierung der Bauten sorgen. Die Finanzierung erfolge nicht über Anteilscheine. Die Bewohnerinnen und Bewohner der Stöckli würden nicht Genossenschafter. «Wir haben die Genossenschaft im letzten Jahr gegründet», sagte er. «Wir stehen mit mehreren Gemeinden in Kontakt und gehen davon aus, dass wir Ende dieses Jahres mit der Realisierung des ersten Objektes beginnen können.»

Einiges blieb eher vage

Fragen wurden nicht bloss zum finanziell-rechtlichen Bereich gestellt – wie etwa: «Was passiert beim Konkurs des Geldgebers?» – sondern auch zur Organisation der Serviceangebote, die durch sogenannte «gute Seelen» als Ansprechpersonen erfolgen soll. Leider blieb auch da einiges eher noch etwas vage.

«Vorerst geht es darum, die Resonanz zu spüren», stellte Stefan Hasler fest. Bis Anfang Mai läuft die Umfrage. Nach der Auswertung soll im kommenden Sommer darüber informiert werden, wie es in Riniken mit dem «Wohnen im Stöckli» weitergehen wird. Gemeindeammann Ueli Müller betonte dazu: «Der Gemeinderat kann nur Türöffner und Vermittler sein. Es kann nicht die Idee sein, dass die Gemeinde ein solches Stöckli baut.»