Neubau
Königsfelden investiert in das Angebot für Kinder und Jugendliche

Der Aargau erhält ein neues Zentrum für Kinder- und Jugendpsychiatrie. Das Projekt ist Teil der Gesamtsanierung der psychiatrischen Dienste in Königsfelden.

Urs Moser
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So wird es in der Klinikschule des kinder- und jugendpsychiatrischen Zentrums aussehen.

So wird es in der Klinikschule des kinder- und jugendpsychiatrischen Zentrums aussehen.

Visualisierung Fugazza Steinmann Partner AG

Es kostet 17 Millionen, soll Anfang 2016 bezugsbereit sein und heisst «Fidelius»: Das Siegerprojekt für den Neubau des kinder- und jugendpsychiatrischen Zentrums in Königsfelden. Der Entscheid ist erst vor wenigen Tagen gefallen. Aber weil man möglichst zeitnah über die Schritte bei der Gesamtsanierung der psychiatrischen Klinik in Königsfelden informieren wolle, werde das Ergebnis des Projektwettbewerbs schon vor Ablauf der Rekursfrist Mitte November präsentiert, wie Verwaltungsratspräsidentin Christiane Roth erklärt. Das Siegerprojekt der Erne Holzbau AG als Totalunternehmerin und der Architekten von Fugazza Steinmann Partner AG orientiert sich an den bestehenden Pavillons auf dem Areal Königsfelden. Es besteht aus zwei neuen Gebäudeteilen mit je einem Innenhof – einer drei- und einer viergeschossig – und bezieht die bestehende Turnhalle mit ein. Die Neubauten sind Bestandteil der Gesamtsanierung mit einem Bauvolumen von 125 Millionen. Eine zeitgemässe Psychiatrie in einer modernen Infrastruktur biete nicht nur einen therapeutischen Mehrwert für die Patienten, so Christiane Roth. Das Projekt sei auch wichtig zur Steigerung der Arbeitsplatz-Attraktivität, denn die Personalrekrutierung sei eine der grossen Herausforderungen für die psychiatrischen Dienste Aargau.

Mit dem neuen Zentrum für Kinder- und Jugendpsychiatrie werden die Kapazitäten in diesem Bereich auf einer Nutzfläche von rund 4500 Quadratmetern um 8 stationäre und 4 Plätze in der Tagesklinik auf 36 stationäre Betten und 18 Tagesklinikplätze erweitert. Auch die Klinikschule mit 9 Plätzen wird in den Neubauten untergebracht. Dort werden die jungen Patientinnen und Patienten übrigens das ganze Jahr über unterrichtet, auch wenn die anderen Kinder Schulferien haben.

Die heute dezentral organisierten Angebote (psychiatrische Station für Kinder in Rüfenach, psychiatrische Station für Jugendliche und Tagesklinik für Kinder und Jugendliche in Königsfelden) werden mit dem Projekt an einem Standort zusammengefasst. Das schafft einerseits betriebliche Synergien, etwa mit einer zentralen Eintrittspforte und einem gemeinsamen Notfall-Aufnahmebereich. Anderseits sollen die modernen, auf die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen ausgerichteten Räumlichkeiten moderne Behandlungskonzepte unterstützen. Dazu gehört der Wechsel von einer nach Alter getrennten zu einer altersdurchmischten, nach Behandlungsphase gegliederten Abteilungsstruktur.

Die regionalen Ambulatorien in Aarau, Baden, Rheinfelden und Wohlen bleiben auch mit dem Bezug des kinder- und jugendpsychiatrischen Zentrums bestehen, werden aber mit der Erwachsenenpsychiatrie zusammengelegt. Ebenso bleiben die sogenannten liaisonpsychiatrischen Teams (Psychiater arbeiten mit Spitalärzten zusammen) an ihren Standorten in den Kantonsspitälern Aarau und Baden, der Stiftung Schürmatt und der Schwerhörigenschule Landenhof in Unterentfelden bestehen.