Wenn der Rugby-Club Hausen Baboons ein Turnier veranstaltet, geht es am Spielfeldrand familiär zu. Doch die, die da sind, sind angefressen von der Randportart mit englischen Wurzeln. Am Samstag hatten sie Gelegenheit, den in der Schweiz noch exotischen Sport zu erleben. Mit Teams aus Liechtenstein und Uri waren die Gäste weit gereist.

Vier Teams treten beim Rugby-Cup gegeneinander an: Rugby Üri, Rugby Liechtenstein und zwei Mannschaften aus den Reihen der Baboons, die Hausen Baboons und das Hausen Baboons Farm-Team, sozusagen die 1. und die 2. Mannschaft der Gastgeber. Das sind nicht viele Teams, doch die Auswahl unter den Vereinen, welche die Rugby-Variante mit sieben Feldspielern praktizieren, in der Schweiz ist auch überschaubar.

Unbekanntere Spielart

Den Hausener Baboons gefällt die Spielart, die aber im Schatten des populäreren 15er-Rugby steht, bei dem in einem Match 15 gegen 15 antreten. «Beim Siebener-Rugby geht es dynamischer und laufintensiver zu und es kommt auch nicht zu so vielen Kontakten. Beim Siebener-Rugby versucht man eher, dem Gegner auszuweichen, als ihn direkt anzugehen,» erklärt David Meier (21), Coach und Clubpräsident der Baboons.

Er selbst ist mit seinen 1,77 Meter und 72 Kilo der lebende Beweis, dass man zum Rugby-Spielen kein Riese mit viel Masse sein muss. Meier hat zuvor sieben Jahre lang Fussball gespielt, dort aber den Respekt gegenüber dem Schiedsrichter vermisst. Trainer ist er geworden, nachdem Latai Toa aus Samoa und Saukarasa Ravisinga aus Fidschi nicht mehr als Coaches zur Verfügung standen.

Jetzt merken sie, was sie mit den beiden für ein Riesenglück hatten. Denn die Suche nach einem Trainer im Siebener-Rugby sei extrem schwer, wie Meier berichtet. So macht er eben den Job weiter und sieht sein Team auf gutem Weg. «Wir haben Fortschritte gemacht, und unser Einzugsgebiet wird immer grösser», erzählt er.

Zahnschiene und Schulterpolster

Auch Dano Indermaur (21) hat zuerst andere Sportarten praktiziert – Leichtathletik und Volleyball. Dann lernte er das Rugby kennen und war, wie er sagt, vom ersten Moment an süchtig danach. «Dampf abbauen» könne er beim Spiel mit dem ovalen Ball. Und: «Ich war eigentlich schon immer ein Grobian», so der 1,93-Meter-Mann, der 105 Kilo auf die Waage bringt.

Die Hausen Baboons luden zum Rugby-Cup

Die Hausen Baboons luden zum Rugby-Cup

Vier Teams treten beim Rugby-Cup gegeneinander an: Rugby Üri, Rugby Liechtenstein und zwei Mannschaften aus den Reihen der Baboons, die Hausen Baboons und das Hausen Baboons Farm-Team, sozusagen die 1. und die 2. Mannschaft der Gastgeber.

Das Wort Grobian hört David Meier aber nicht so gerne. Rugby sei weit mehr als nur Umnieten, vor allem beim Siebener-Rugby. Dass es dabei auch konditionell zur Sache geht, merkt man den Baboons-Spielern an, wenn sie nach dem Schlusspfiff aus der Pfeife von Schiri Ralph Holman zum Spielfeldrand zurückkehren, ausser Puste und schweissgebadet. Manche haben einen Kopfschutz an, den sie sich stöhnend herunterziehen. Andere tragen nur ein Schulterpolster. Aber alle haben, was man nicht sehen kann, eine Zahnschiene im Mund.

Manchmal verhaken sich die Spieler zu einem Knäuel, das heisst dann Scrum und folgt im Spiel nach kleineren Regelverstössen. Beim Einwurf von der Seitenlinie aus heben die Spieler ihre Kollegen in die Höhe, was auch leichter fällt, wenn man keine 110 Kilo wiegt. Auf den Unbedarften wirken die Regeln kompliziert. Aber schnell erschliesst sich, um was es grundsätzlich geht: Statt Tore zu erzielen, kommt es darauf an, den Ball hinter der gegnerischen Ziellinie abzulegen.

Aber klar: Der Gegner versucht, das zu verhindern und geht dabei nicht gerade zimperlich vor. Roger Indermaur gefällts. Der Vater von Dano steht am Spielfeldrand und bekennt: «Wenn es vor 20 oder 30 Jahren schon Rugby in Hausen gegeben hätte, ich wäre dabei gewesen. Aber mit über 50 muss ich damit nicht mehr anfangen.»