Badi Schinznach
Kommissionspräsidentin: «Eigentlich beginnen wir wieder bei null»

Die Schwimmbadkommission will die Mitglieder des Referendumskomitees für die Sanierung des 60-jährigen Freibads ins Boot holen. Doch zuerst sollen die Stimmbürger der vier Betreibergemeinden an der Sommergemeind über einen neuen Vertrag abstimmen.

Claudia Meier
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Auf diesem Fundament wurde die Badi Schinznach gebaut. Die Technik ist nach 60 Jahren ziemlich veraltet. ZVG

Auf diesem Fundament wurde die Badi Schinznach gebaut. Die Technik ist nach 60 Jahren ziemlich veraltet. ZVG

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Der 60. Geburtstag der Badi am 30. Mai wäre ein Grund zum Feiern. Doch die vier Betreibergemeinden – Scherz, Schinznach, Schinznach-Bad und Veltheim – wollten das in die Jahre gekommene Freibad zuerst sanieren sowie erweitern und erst dann ein rauschendes Fest organisieren.

Wann die Party nun steigen wird, ist nach der Referendumsabstimmung in Schinznach-Bad vom 9. Februar völlig unklar. Rückblick: Für insgesamt 4,72 Mio. Franken hätte die 1954 eröffnete Badi saniert und erweitert werden sollen. Alle vier Gemeinden hiessen an der Gemeindeversammlung im Herbst den entsprechenden Kreditanteil gut. In Schinznach-Bad kam gegen den Investitionskreditanteil von 1,105 Mio. Franken das Referendum zustande.

An der Urne schickte der Souverän den Kredit mit 273 Nein- zu 184 Ja-Stimmen bachab. Das Referendumskomitee betonte allerdings, dass es eine Sanierung unterstütze, aber noch erhebliches Sparpotenzial sehe. Das Projekt soll deshalb überarbeitet werden.

Vertrag als rechtliche Grundlage

Zur Ausgangslage: Die Gemeinde Schinznach-Bad befindet sich seit Januar in einem vertragslosen Zustand, weil sie den Vertrag auf Ende 2013 gekündigt hatte. Nun sollen die Stimmbürger der vier Gemeinden an der nächsten Sommergemeindeversammlung zuerst über einen revidierten Vertrag abstimmen. Kommt dieser zustande, wird eine Projektgruppe ein neues Sanierungsprojekt ausarbeiten.

Auf dieses Vorgehen haben sich die Mitglieder der Schwimmbadkommission – sie alle machen übrigens trotz verlorener Abstimmung weiter – und die Gemeinderäte der vier Betreibergemeinden geeinigt.

«Der neue Vertrag bildet die Grundlage für das weitere Vorgehen», sagt Yvonne Berglund, Vizeammann in Veltheim und Präsidentin ad interim der Schwimmbadkommission. Er regle die rechtlichen Aspekte und sei bewusst allgemein gehalten. Der Vertrag enthält keine Details zu einem Sanierungs- oder Erweiterungsprojekt und auch nicht zur Kostenaufteilung eines neuen Projekts.

Technik ist am Anschlag

«Eigentlich beginnen wir wieder bei null», so Berglund. Der Saisoneröffnung am 17. Mai blickt sie mit gemischten Gefühlen entgegen. Einerseits freut sie sich auf einen schönen Badi-Sommer mit vielen Gästen. Andererseits hat sie Bedenken, dass hohe Reparaturkosten anfallen könnten. «Die Schwimmbadtechnik muss dringend ersetzt werden, sonst gibt die Badi den Geist auf», betont Berglund. Schon heute seien manchmal Reisen durch die ganze Schweiz nötig, um ein passendes Ersatzteil zu besorgen. All diese Beschaffungs- und Materialkosten werden akribisch festgehalten.

Die Schwimmbadkommission will sich am 21. Mai mit Vertretern des Referendumskomitees «IG Schwimmbadkredit vors Volk» aus Schinznach-Bad treffen, um das weitere Vorgehen auf ein möglichst breites Fundament zu stellen. Dabei gehe es nicht etwa um Vergangenheitsbewältigung, sondern darum, die Badi für die wachsende Bevölkerung in Schwung zu halten, so Berglund.

Die Mitglieder des Referendumskomitees sollen die Möglichkeit haben, bei der Ausarbeitung eines neuen Projekts in der Arbeitsgruppe mitzuwirken. Die Kommissionspräsidentin sagt: «Wir nehmen die Anliegen der IG ernst und wollen das Komitee in unserer Projektgruppe integrieren.» Läuft alles rund, könnten die Stimmbürger bereits an der Gemeindeversammlung im Herbst über einen neuen Projektierungskredit entscheiden.

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