Kommentar
Mitte und Liberale bremsen in Windisch Linke aus

Neu entscheiden im Einwohnerrat Windisch nicht nur fünf, sondern sieben Fraktionen mit.

Claudia Meier
Claudia Meier
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Der Weg zum Campus ist in Windisch mit Wahlplakaten der FDP und von Die Mitte gesäumt.

Der Weg zum Campus ist in Windisch mit Wahlplakaten der FDP und von Die Mitte gesäumt.

Claudia Meier
(8. November 2021)

Nein, eine linke Dominanz ist im Einwohnerrat Windisch ab 2022 nicht zu verzeichnen. Diese Befürchtung von bürgerlicher Seite bestand, weil es bei den Gesamterneuerungswahlen für den Gemeinderat Ende September zu einem deutlichen Linksrutsch kam. Die FDP verlor ihren zweiten Sitz, und mit Isabelle Bechtel, die von den Grünen portiert wurde, war das fünfköpfige Gremium schon nach dem ersten Wahlgang links.

Dieses Resultat gab den Grünen zwar Aufschwung. Eine rot-grüne Mehrheit für den Einwohnerrat resultierte daraus allerdings nicht. Mit dem Alleingang der Grünen und einem Einstand von 5 Sitzen ist die Zahl der SPler für die neue Amtsperiode von 18 auf 12 Sitze gesunken. Das Total im rot-grünen Lager ist dadurch mit 17 Einwohnerrätinnen und Einwohnerräten wieder kleiner geworden.

Einerseits hat das mit den grossen Anstrengungen der Ortsparteien zu tun. Insbesondere der FDP, die in Windisch die grösste Liste präsentierte und auf Wahlplakaten auch gemeinsam auftrat, obwohl sich Kandidierende aus der eigenen Partei bei Proporzwahlen am meisten konkurrenzieren. Das vereinte Auftreten mit bekannten Gesichtern hat sich gelohnt und den Sitzgewinn möglich gemacht. Die Grünliberalen haben in der Mitte die Parteienlandschaft aufgemischt.

Andererseits sollte es den Parteien auch zu denken geben, dass sich am Sonntag in Windisch zwar gut 65% der Stimmberechtigten an den nationalen Abstimmungen beteiligten, aber nur 50,47% wählten ihre Vertretung für den Einwohnerrat. Wer weiss, wie das Resultat ausgefallen wäre, wenn sich die restlichen 15% der Stimmberechtigten, die ihre Kuverts der Gemeinde übergaben, auch an den Wahlen beteiligt hätten?

Offenbar mobilisieren nationale Vorlagen deutlich besser als die Wahl der Volksvertreter, die sich für die Problemlösungen vor der eigenen Haustüre und eine attraktive Wohngemeinde einsetzen sollten.

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