Kommentar
In Windisch sind die frisch gewählten Neuzuzügerinnen gefordert

Mit Anita Bruderer (FDP), Monica Treichler (SP) und Isabelle Bechtel (parteilos, von den Grünen portiert) haben drei Frauen, die seit wenigen Jahren in Windisch wohnen, die Wahl in den Gemeinderat Windisch geschafft. Die bürgerliche Mehrheit wurde gekippt.

Claudia Meier
Claudia Meier
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Die Freude über die linke Gemeinderatsmehrheit ist gross (v. l.): Monica Treichler, Bruno Graf und Isabelle Bechtel.

Die Freude über die linke Gemeinderatsmehrheit ist gross (v. l.): Monica Treichler, Bruno Graf und Isabelle Bechtel.

Bild: Claudia Meeir

Es war eine historische Wahl gestern: Genau 50 Jahre nach Einführung des Frauenwahlrechts in der Schweiz und im Aargau hat Windisch zum ersten Mal in der Geschichte eine Frauenmehrheit in der Exekutive – und zwar nicht mit drei, sondern gleich mit vier Frauen aus vier verschiedenen politischen Lagern (SVP, FDP, SP, Grüne).

Gleichzeitig kippte auch die bürgerliche Mehrheit. Rot-grün hat künftig das Sagen, SVP und FDP sind in der Minderheit. Auf der anderen Seite der Gleise – in Brugg – ist es genau das Gegenteil. Dort ist die SP im Stadtrat ab 2022 nach Jahrzehnten nicht mehr vertreten. Die Bürgerlichen dominieren weiterhin.

Wie ist der Wahlerfolg der Linken in Windisch also zu erklären? Einerseits hat es sicher damit zu tun, dass die Zusammenarbeit zwischen SP und Grünen seit Jahren eng ist, im Einwohnerrat sitzt man noch bis Ende Jahr zusammen in der gleichen Fraktion. Die Ortsgruppen gehen aktiv auf Neuzuzüger zu. Aktuelle Themen wie Gesamtverkehrskonzept Ostaargau (Oase) und Hochhäuser mobilisieren. Dazu kommt, dass die Gemeinde in den letzten Jahren urbaner geworden ist. Neuzuzüger, die in Zürich oder Baden keinen bezahlbaren Wohnraum mehr finden, ziehen nach Windisch, obwohl der Steuerfuss höher ist als in Brugg.

Überbauungen wie im Kunzareal zahlen sich aus. Hier leben einige Gutverdienende, die mit ihren Steuererträgen mitgeholfen haben, den Schuldenberg zu tilgen, die stolz sind auf den aufstrebenden Ort und sich aktiv in der Politik einbringen wollen.

Das komfortable Kandidatenfeld in Windisch war auch solchen Neuzuzügern zu verdanken. Die Gewählten sind nun gefordert, sich gewissenhaft und umfassend mit den Aufgaben von Windisch zu befassen sowie mehrheitsfähige Lösungen zu präsentiere

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