Windisch
Kommandant Lukas Bucher wusste an Hauptübung für einmal von nichts

Die Hauptübung der Feuerwehr Windisch-Habsburg-Hausen stand ganz im Zeichen der Kommandoübergabe von Lukas Bucher an den Hausener Stefan Hiltpold. Doch auch die Übung an sich bot einiges an Spektakel auf dem Campus-Areal.

Irene Hung-König
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Am Boden wird Lukas Bucher begrüsst, ehe er in den nächsten Korb steigt
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Feuerwehr Windisch-Habsburg-Hausen
Rund 100 Interessierte und viele Kinder schauten den Feuerwehrleuten bei ihrer Arbeit zu
Kommandant Lukas Bucher zeigt an, wo die Wassertransportleitung hin kommt
Für die Löschaktion im Windischer Campus-See wird ein Boot benötigt
Eine imposante Aussicht für Kommandant Bucher über den Dächern des Campusareals
Die beiden Kommandanten löschen das Feuer mit Wassereimern
Der scheidende Kommandant Lukas Bucher tanzt das Drehleiter-Ballett
Amtsübergabe auf der Brücke Kommandant Lukas Bucher (li.) heftet seinem Nachfolger Stefan Hiltpold den Hauptmannpatten an die Uniform.
Das letzte Manöver seiner Feuerwehrleute führt Kommandant Lukas Bucher mit Ehefrau Ingrid in die Baugrube

Am Boden wird Lukas Bucher begrüsst, ehe er in den nächsten Korb steigt

Aargauer Zeitung

Lässig steht Kommandant Lukas Bucher in seiner rot-gelb-schwarzen Feuerwehruniform im offenen Wagen des Lösch- und Rettungszuges der SBB. Die Fahrt vom Depot zum Bus-Terminal auf Windischer Seite, die er gemeinsam mit Ehefrau Ingrid geniesst, ist die erste Überraschung des Tages.

Es ist ein spezieller Samstag für den erfahrenen Feuerwehrmann. Heute findet zwar die Hauptübung «seiner» Feuerwehr Windisch-Habsburg-Hausen auf dem Campusgelände statt, doch der Kommandant weiss für einmal von nichts. Nach 10-jähriger Tätigkeit übergibt er sein Amt an den Hausener Stefan Hiltpold. Hausen ist die leitende Gemeinde der seit 2008 fusionierten Feuerwehr Windisch-Habsburg-Hausen.

Ein «Drehleiter-Ballett»

Rund 100 Interessierte, darunter viele Kinder, werden Zeugen wie Feuerwehrleute angerannt kommen. Lukas Bucher hat mittlerweile den silbernen Helm aufgesetzt, befiehlt die Wassertransportleitung vom Busterminal, vorbei an den Campusgebäuden zur Baugrube. Die Gäste werden ebenfalls aufs Campusgelände beordert, wo bereits Tanklöschfahrzeuge mit ausgefahrenen Drehleitern bereitstehen. Moderator Reto Mohr eröffnet Lukas Bucher, dass auf ihn ein «Drehleiter-Ballett» wartet. Bucher steigt in den Korb und winkt den Gästen aus luftiger Höhe zu. Die letzte Drehleiterfahrt führt direkt in die Baugrube, wo seine Kolleginnen und Kollegen damit beschäftigt sind, einen rund 200 m grossen See zu füllen.

Die Brücke brennt!

Vor der Übung findet die symbolische Amtsübergabe statt: Auf der neben dem See installierten Holzbrücke übergibt Lukas Bucher sein Amt an Stefan Hiltpold und heftet ihm die Hauptmannpatte an die Uniform. In Anlehnung an die Übung 2013 «Brugg brennt» zum 150-Jahr-Jubiläum des Rettungskorps Brugg, hiess es am Samstag die «Brücke brennt». Kommandant Lukas Bucher darf mit seinem Nachfolger im selben Schlauchboot Platz nehmen, ehe die Brücke in Brand gesetzt wird. Kaum lodern die Flammen, springen die beiden aus dem Boot, um den Brand mittels Wassereimer zu löschen.

Campus-Brand grösstes Ereignis

Feuerwehr Schenkenbergertal rüstet auf

Ein neues Schlauchverlegemodul und einen neuen Personentransporter: Die Feuerwehr Schenkenbergertal rüstet mächtig auf. An der Schlussübung vom Samstag präsentierte sie ihre neuen Errungenschaften.

Das neue Schlauchverlegefahrzeug ersetzt das alte Fahrzeug, das die Feuerwehr Veltheim 2008 nach der Fusion mit in den Verbund brachte. Damit hat die Feuerwehr nun 2000 Meter Schlauch zur Verfügung, vorher waren es gerade mal 500 Meter. Für das Gebiet, in dem die Feuerwehr Schenkenbergertal unterwegs ist, war das schlicht zu wenig. Der neue Schlauch lässt sich einfach abwickeln; rasch den Deckel öffnen und losfahren, der Schlauch rollt sich automatisch ab. Auf dem selben Fahrzeug wurden zusätzlich zwei neue Motorspritzen installiert.

Eine ist am Fahrzeug angehängt und kann bei längeren Strecken zur Druckerhöhung des Wassers beitragen. Diese externe Pumpe wird an einem Hydranten angehängt, oder kann auch sonst beim Wasserbezug in einem Fluss oder See gebraucht werden. Mit der fixen Pumpe auf dem Fahrzeug verbunden, kann so der Wasserdruck erhöht werden. Kommandant Michael Maeder ist glücklich über dieses neue Material: «Es ist miliztauglich, weil es einfach zu bedienen ist und es gerade Mal drei Feuerwehrleute für das ganze Fahrzeug braucht.» Zusätzlich schaffte die Feuerwehr Schenkenbergertal ein neues Personentransportfahrzeug an.

Neun Leute haben darin Platz. Es eignet sich nicht nur für den Transport, sondern auch als Einsatzzentrale für den Stab bei einem Ernstfall. Als Materialtransporter ist der Bus ebenfalls verwendbar. Gekostet hat das neue Schlauchverlegesystem 350 000 Franken, der Transporter 100 000 Franken. Bei diesen neuen Fahrzeugen soll es allerdings nicht bleiben: Im nächsten Jahr ist die Anschaffung eines neuen Tanklöschfahrzeugs geplant. (jam)

«Das Handwerk bleibt gleich: Man löscht mit Wasser»

«Ich übernehme eine top ausgebildete, motivierte Feuerwehr. Ich werde sicher einen anderen Drive hineinbringen, doch das Handwerk bleibt gleich: Man löscht mit Wasser», sagt Stefan Hiltpold. 2016 wird die Feuerwehr von der Aargauischen Gebäudeversicherung (AGV) inspiziert. Sie überprüft, ob die Feuerwehrleute ihre Aufgaben erfüllen und ob das Material einwandfrei ist. Stefan Hiltpold kennt sich da bestens aus, er arbeitet als Feuerwehrinstruktor bei der AGV.