Hausen

Körperschall: Gemeinderat gibt Kampf auf

Hausen wartet seit Jahren auf eine Lösung, die den Körperschall eindämmt. (Symbolbild)

Hausen wartet seit Jahren auf eine Lösung, die den Körperschall eindämmt. (Symbolbild)

Das Bundesamt für Verkehr verpflichtete die SBB ursprünglich, in Hausen Massnahmen gegen den Lärm zu ergreifen. Jetzt ist alles anders.

Gemäss Verfügung des Bundesamts für Verkehr (BAV) vom 19. Januar 2010 wurden die SBB verpflichtet, im Frühjahr 2018 in Hausen Massnahmen zur Minderung des Körperschalls zu ergreifen. «Da die SBB in keiner Weise aktiv wurden, hat sich der Gemeinderat dazu entschieden, das BAV zu mahnen», heisst es in einer Mitteilung des Gemeinderats. Dafür wurde ein Rechtsanwalt beigezogen. Dem BAV wurde mit Datum vom 6. November 2018 ein Brief betreffend Körperschallimmissionen der SBB, Fälligkeit angeordneter Massnahmen, zugestellt.

Das BAV hat Ende August 2019 eine Verfügung betreffend Gesuch um teilweise Wiedererwägung erstellt. Darum gehts: Die SBB sollten verpflichtet werden, sogenannte Unterschottermatten (USM) oder elastische Schwellbesohlungen (USP) einzubauen. Die SBB wollten sich von den Auflagen zu entsprechenden Massnahmen befreien und hatten am 25. September 2015 entsprechende Anträge gestellt. «Wir hatten mit Eingabe vom November 2015 dagegengehalten und verlangt, dass die SBB unverzüglich mit dem Einbau der USM beginnen und per erstes Quartal 2018 mit dem Einbau der USP im relevanten Streckenabschnitt starten», hält der Gemeinderat fest.

«Es ist mit keinen Massnahmen zu rechnen»

Nun hat das BAV entschieden: Im Resultat wird in teilweiser Gutheissung des damaligen Antrags der SBB die ursprüngliche Auflage in Wiedererwägung gezogen bzw. im Resultat abgeändert. Die SBB werden nun neu zu folgendem verpflichtet: Die Schwellbesohlungen müssen erst dann im Streckenabschnitt Hausen eingebaut werden, wenn eine Typenzulassung dafür vorliegt (Zeitpunkt offen). Und: Bei Nichtzulassung der USP müssen zwar Unterschottermatten eingebaut werden, dies aber erst bei der nächsten Ober- oder Unterbausanierung des Streckenabschnitts Hausen.

«Aufgrund dieses Wiedererwägungsentscheids des BAV ist damit wohl bis auf weiteres mit keinen immissionsdämmenden oder -reduzierenden Massnahmen im Gleisabschnitt der SBB in Hausen zu rechnen», bedauert der Gemeinderat. «Der Status quo dürfte somit, wohl mindestens mittelfristig – wenn nicht gar langfristig – leider unverändert bleiben.» Gestützt auf die Empfehlungen des Rechtsanwalts hat die Behörde entschieden, mittelfristig auf weitere Massnahmen zu verzichten und mangels rechtlichen Ansatzpunkten die Verfügung nicht anzufechten.

Der Weg ist seitens des Gemeinderats Hausen somit abgeschlossen. Einzelne Klagen durch betroffene Einwohnerinnen und Einwohner sind jedoch möglich. Die Gemeinde bietet diesen Einwohnern Unterstützung für die Vermittlung von Kontakten. (jam)

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