Costa Concordia
Knecht Reisen hält an Reederei von Costa Concordia fest

Jährlich vermittelt die Knecht Reisengruppe rund 3000 Personen an die Costa Crociere. Trotz des Schiffsunglücks mit der Costa Concordia will das Reiseunternehmen aus Windisch weiter mit der italienischen Reederei zusammenarbeiten.

Elia Diehl
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Roger Geissberger, CEO Knecht Reisen

Roger Geissberger, CEO Knecht Reisen

AZ

«Die Zusammenarbeit mit Costa Crociere wird nicht infrage gestellt», sagt Roger Geissberger, Chef der Knecht Reisegruppe aus Windisch. Er wolle das Geschehen auf keinen Fall verharmlosen, es sei eine Tragödie. «Ich erinnere aber an den MD-11-Absturz in Halifax 1998», verteidigt sich Geissenberger, auch damals sei menschliches Versagen die Ursache gewesen und an der Zusammenarbeit mit der Swissair sei zu Recht festgehalten worden.

80 Jahre unfallfrei

Der Unfall der Costa Concordia ist ein Einzelfall. «Es war eindeutig eine grobfahrlässige Handlung des Kapitäns», so der Knecht-Chef. Der Kapitän Francesco Schettino sei unerlaubterweise stark vom Kurs abgewichen. Die Reederei Costa Crociere gehöre aber nach wie vor zu den fünf grössten und renommiertesten Schifffahrtsunternehmen weltweit. «Die Schiffe sind sehr sicher», beruhigt Geissberger, aber menschliches Versagen komme leider überall vor.

Der Chef der Knecht Reisegruppe betont weiter, die Italienische Reederei sei nun bereits 80 Jahre lang unfallfrei, das letzte grosse Unglück eines Kreuzfahrtschiffes sei mit dem Untergang der RMS Titanic bereits 100 Jahre her. Geissberger ist überzeugt, dass Costa Crociere alles Nötige unternehme, um das Unglück aufzuklären und eine Wiederholung zu verhindern.

Forderungen werden von Seiten Knecht Reisen nicht gestellt. «Wir sind nicht in der Position die Reederei unter Druck zu setzen», so Geissberger. Knecht Reisen vermittelt jährlich 3000 Schweizer Passagiere an Costa Crociere. Das sei äusserst wenig, betrachte man die gesamte Beförderungsmenge von 21 Millionen Passagieren pro Jahr.

Nur eine Annullation

Knecht Reisen informiert ihre Kunden nun aus eigener Initiative. «Wir kontaktieren alle Bucher aktiv, informieren und klären allfällige Fragen», so Geissberger. Bereits einen Drittel sei angerufen worden. Besorgte Kundentelefonate seien bisher nur vereinzelt eingegangen. «Auf Fussgängerstreifen passieren viel mehr Unfälle», betont der CEO von Knecht Reisen und dies wissen die Kunden auch. Die Leute könnten die Situation sehr gut einschätzen und hätten wenig Bedenken.

«Wir hatten bisher nur eine Annullation, erstaunlicherweise konnten wir sogar mehrere neue Buchungen für Kreuzfahrtreisen verzeichnen.» Auch die Zukunft der Reisebranche sieht Geissberger durch die Tragödie vor der Italienischen Küste nicht negativ beeinträchtigt. Grössere Katastrophen kämen immer wieder vor, der Tourismus nehme daran aber keinen langfristigen Schaden. «Die Tsunami-Katastrophe war das schlimmste, das ich bisher erlebt habe», erinnert sich Geissberger. «Nach nur einem Dreivierteljahr waren wir aber bereits back to normal.»