Brugg
Knatsch zwischen zwei Brugger Vereinen – wegen eines Fischessens

Die Brugger Pontoniere haben dem Frauenturnverein den Laufpass gegeben: Die Frauen dürfen am Fischessen nicht mehr servieren und sind deswegen stinksauer. Nun tut dies der Volleyballclub. Was ist passiert?

Janine Müller
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Die Brugger Pontoniere haben dem Frauenturnverein den Laufpass gegeben: Die Frauen dürfen am Fischessen nicht mehr servieren und sind deswegen stinksauer. (Symbolbild)

Die Brugger Pontoniere haben dem Frauenturnverein den Laufpass gegeben: Die Frauen dürfen am Fischessen nicht mehr servieren und sind deswegen stinksauer. (Symbolbild)

Der Frauenturnverein Brugg ist enttäuscht. Mehr noch: verletzt. Zutiefst sogar. Denn neu servieren nicht mehr die Turnerinnen am Fischessen der Pontoniere, sondern die Volleyballerinnen des VBC Brugg. «Seit über 20 Jahren haben wir am Fischessen im Schachen Brugg mit viel Engagement und Freude Sie als Gäste zu Ihrer vollsten Zufriedenheit bedient», schreibt der Frauenturnverein in einem Brief an die az. «Nun sind wir sehr unehrenhaft und ohne Rücksprache mit uns vom PSV Brugg entlassen worden.»

Am Fischessen vom 21. bis 23. August servieren also künftig nicht mehr die Damen vom Frauenturnverein, sondern jene vom Volleyballclub Brugg. «Wir machen Platz für junge und dynamische Damen», heisst es leicht zynisch im Brief der Turnerinnen. Es ist klar ersichtlich: Die Turnerinnen sind stinksauer auf die Pontoniere. «Wir wurden mit fadenscheinigen Begründungen abgespiesen», sagt Aktuarin Irène Meier. «Das ist nicht die feine Art.» Die Gefühle schwanken zwischen Ärger, Bedauern und Fassungslosigkeit. «Das Geschirr zwischen den beiden Vereinen ist – zumindest im Moment – zerbrochen», so Irène Meier weiter.

Den Frauen geht es aber nicht nur um die Ehre. Dem Verein gehen durch die Absage 2500 Franken flöten. Eine schöne Summe, die die Vereinskasse aufgebessert hat. Als Entschuldigung haben die Pontoniere den Turnerinnen 20 Konsumations-Gutscheine für das Fischessen geschickt. Eine lächerliche Geste, finden die Frauen. «Es waren jeweils zwischen 25 und 35 Mitglieder von unserem Verein im Einsatz, was wollen wir dann mit 20 Gutscheinen», ärgert sich Irène Meier.

Eine allfällige weitere Zusammenarbeit mit den Pontonieren müsste man sich dann schon überlegen, sollte überhaupt wieder einmal eine Anfrage kommen. «Zuerst erwarten wir auf jeden Fall eine Entschuldigung.»

Absage kam nicht so plötzlich

Eine Nachfrage bei den Pontonieren zeigt: So plötzlich kam die Absage an die Turnerinnen nicht. Bereits Ende Januar, noch vor der GV der Turnerinnen, informierte Bettina Schaffner, OK-Präsidentin des Fischessens, darüber, dass man für den Service auf den Volleyballclub Brugg setzen möchte. Dieser Brief liegt der az vor. Die Turnerinnen waren also durchaus über den geplanten Generationenwechsel informiert. Peter Lüscher, Präsident der Brugger Pontoniere, führte gar mit der Präsidentin des Frauenturnvereins, Eveline Hug, Gespräche über die Auswechslung des Servicepersonals. Darum kann der Pontonierpräsident nicht nachvollziehen, warum sich der Frauenturnverein nun mit einem Brief bei den lokalen Medien meldet.

Er bedauert, dass sich dadurch die Fronten zwischen den beiden Vereinen verhärten. «Das müsste nicht sein», findet Lüscher. Und er betont: «Es war kein einfacher Entscheid. Geht es um Vereine, sind immer viele Emotionen dabei.» Er kann sich durchaus vorstellen, bei anderen Gelegenheiten weiterhin mit dem Frauenturnverein zusammenzuarbeiten. Er könne aber auch das OK verstehen, das mittlerweile selber verjüngt daherkommt und sich daher frischen Wind beim Fischessen wünscht.

Im Brief der Pontoniere an die Turnerinnen wird der Generationenwechsel übrigens wie folgt begründet: «In den letzten drei bis vier Jahren haben sich nach der langjährigen Zusammenarbeit gewisse Ermüdungserscheinungen eingestellt, die dann zu gegenseitigen Unstimmigkeiten während des Festbetriebs geführt haben. Nach dem Rücktritt von Anton Erne (ehemaliger OK-Präsident des Fischessens, d. Red.) haben wir uns im neuen Fischessen-OK nach reiflichen Überlegungen und vielen Diskussionen entschieden, einem anderen Verein die Möglichkeit zu zeigen, was es heisst, gegenseitig das Vereinsleben zu fördern.»

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