Region Brugg

Knall im Gemeindeverbandsvorstand: «Seit dem Sommer war es turbulent»

An der Schulthess-Allee 1 befinden sich die Räume der Sozialen Dienstleistungen Region Brugg.

An der Schulthess-Allee 1 befinden sich die Räume der Sozialen Dienstleistungen Region Brugg.

Blockierte Geschäfte: Präsidentin und Vizepräsidentin der Sozialen Dienstleistungen Region Brugg stellen ihre Funktionen zur Verfügung.

Die Luft im sechsköpfigen Vorstand der Sozialen Dienstleistungen Region Brugg war in der Vergangenheit schon oft dick. Der im Jahr 2016 gegründete Verband umfasst 24 Gemeinden der Region Brugg. Unter seinem Dach sind die drei Bereiche Kindes- und Erwachsenenschutzdienst (KESD), Jugend- und Familienberatung sowie Mütter- und Väterberatung mit total 34 Mitarbeitenden zusammengefasst. Angeboten werden die Dienstleistungen in den speziell zu diesem Zweck umgebauten Obergeschossen an der Schulthess-Allee 1 in Brugg.

Am vergangenen Mittwochabend kam es an der ordentlichen Vorstandssitzung, an der auch Geschäftsführerin Gabriela Oeschger anwesend war, zum grossen Knall. Zum Sitzungsschluss gaben Verbandspräsidentin Marianne Möckli aus Villnachern und Vizepräsidentin Beatrice Bürgi aus Riniken ihre Demission aus dem Vorstand per Ende Jahr bekannt. Dieser Schritt fiel ihnen schwer. Denn beide hatten sich für diesen neuen Zweckverband schon bei der Aufbauarbeit sowie von Anfang an im Vorstand mit viel Herzblut engagiert. Das Präsidium übernahm Möckli vom Brugger Stadtrat Reto Wettstein, der 2018 ins Bauressort wechselte.

«Seit dem Sommer war es im Vorstand turbulent»

Die vier verbleibenden Vorstandsmitglieder Iris Schütz (Vertreterin Region Bözberg), Renate Trösch (Vertreterin Region Eigenamt), Christian Bolt (Vertreter Windisch) und Jürg Baur (Vertreter Brugg) hängten nach dem Eklat am Mittwochabend gleich eine ausserordentliche Sitzung an und stellten sich für den Weiterbetrieb des Gemeindeverbands neu auf. In einer Medienmitteilung teilten sie am Donnerstagnachmittag das weitere Vorgehen mit: Bis zur Komplettierung des Vorstands an der nächsten Abgeordnetenversammlung im Juni 2020 wird die Funktion des Präsidiums von Iris Schütz und des Vizepräsidiums von Christian Bolt ausgeübt. Mit anderen Worten: Die Regionen Geissberg und Schenkenberg haben in dieser Zeit keine Vertretung im Verbandsvorstand.

Hintergrund dieser Entscheide seien unterschiedliche Vorstellungen über die Ausrichtung der strategischen Führung sowie die Art und Weise der Zusammenarbeit auf Vorstandsebene, heisst es in der Medienmitteilung weiter. Auf Nachfrage sagt Bolt: «Wir haben es uns anders gewünscht. Seit dem Sommer war es im Vorstand turbulent. Fast jedes Geschäft war blockiert. Uns war klar, dass wir diese Blockade lösen und das Problem ergebnisoffen behandeln müssen.» Ziel war es, an der Abgeordnetenversammlung ein oder zwei neue Vorstandsmitglieder zur Wahl stellen zu können. Aus Bolts Schilderungen wird klar, dass die Vorstandsmitglieder unterschiedlich tickten. Dabei sei nicht das mögliche Vermischen von operativer und strategischer Ebene das Problem gewesen, sondern die unterschiedlichen Werthaltungen und Herangehensweisen, beispielsweise um ein Leitbild zu erarbeiten, hält Bolt fest.

Im Januar wird der Verband gebührend gefeiert

Trotz dieser Verwerfungen sieht der Windischer in der neuen Situation auch positive Aspekte. «Wir haben uns mit dem Gemeindeinspektorat abgesprochen und sind nun frei, uns wieder auf das Wesentliche zu konzentrieren.» Der verbleibende Vorstand hat die Mitarbeitenden am Donnerstagmorgen persönlich über die jüngste Entwicklung informiert. Bolt ist zuversichtlich, dass die anstehenden Aufgaben zielgerichtet weiterbearbeitet werden. Marianne Möckli und Beatrice Bürgi möchten sich zu den Gründen für ihre Demission nicht äussern. Sie haben ihre Gemeinden per Mail direkt informiert.

Für die zweite Januarhälfte hat der Verband Gemeinderatsdelegierte, Leiter von Sozialdiensten sowie Mitarbeiter und Partnerorganisationen zum Anlass «Die Segel sind gehisst» eingeladen. Humorvoll soll auf vier Jahre Aufbauarbeit zurückgeblickt und gebührend gefeiert werden. Möckli hat die Einladung unterschrieben. Der Anlass finde trotz neuer Ausgangslage statt, betont Christian Bolt.

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