Am 29. November 2009 hatten Carabinieri in Porlezza (I) am Lago di Lugano den damals 54-jährigen Heinz Urech verhaftet. Er hatte seine 93-jährige Mutter verhungern lassen, wie die Autopsie der Staatsanwältin ergab. Nun kommt die italienische Justiz zum Schluss: «Heinz Urech ist nicht schuldfähig.»

Deshalb wurde das Strafverfahren gegen Urech eingestellt. Nach seiner Verhaftung war Urech in eine psychiatrische Klinik eingeliefert worden, später wurde er in ein Spital verlegt. Das Gericht in Como hat nun entschieden, dass Urech in eine geschlossene Anstalt eingewiesen wird.

Heinz Urech war in Brugg aufgewachsen, wo seine Eltern ein Gipsergeschäft betrieben. Er war in verschiedenen Berufen tätig, so als Autoverkäufer im unteren Aaretal. Der damalige Arbeitgeber stellte bald fest, dass die Geschäfte von Urech nicht über jeden Zweifel erhaben waren, und trennte sich von ihm.

Ab 1984 war Urech mit seiner Immorep AG in der Baubranche der Region tätig. Am 19. Januar 1995 wurde diese Gesellschaft auf Anordnung des Konkursrichters des Bezirks Baden gelöscht. Urech wurde nicht nur laufend betrieben, er hat auch gegen andere Betreibungsverfahren eingeleitet. Die höchste Summe, die er je forderte, waren 37 Millionen Franken. Alle seine Verfahren verliefen jedoch im Sand.

Urech beklagte sich beim Bundesgericht in Lausanne über das betrügerische Verhalten verschiedener Amtsstellen und Unternehmern. Verifizieren liessen sich seine Anschuldigungen jedoch nie. Als die Lage für Urech in der Region immer kritischer wurde, zog er mit seiner Mutter nach Porlezza, wo beide von deren Rente lebten.