Brugg

Klare Aussage zum Langsamverkehr wird vermisst

Auf der Schöneggstrasse sind nicht nur Autos, sondern auch viele Schülerinnen und Schüler unterwegs. mhu

Auf der Schöneggstrasse sind nicht nur Autos, sondern auch viele Schülerinnen und Schüler unterwegs. mhu

Dass die Schöneggstrasse saniert werden muss, darin sind sich die Fraktionen einig. EVP und SP machen sich aber Sorgen um die Fussgänger und Velofahrer.

Ein happiger Betrag steht zur Debatte an der Sitzung des Brugger Einwohnerrats morgen Freitag: 1,371 Mio. Franken für die Erneuerung der Schöneggstrasse sowie weitere 382 000 Franken für die Sanierung der Schmutzwasserleitung.

Bei der EVP-Fraktion sind die beiden Baukredite intensiv diskutiert worden. Der Partei fehlt in der Vorlage eine klare Aussage, was getan wird, um die Sicherheit für den Langsamverkehr – Zweiradfahrer und Fussgänger – gegenüber heute zu verbessern. «Die Schöneggstrasse ist eine Quartiersammelstrasse mit einem hohen Verkehrsaufkommen durch Schülerinnen und Schüler, gleichzeitig verkehren auf dieser Route das Postauto und eine erhebliche Zahl von Lastwagen», führt die Partei aus. Sie erwartet vom Stadtrat «noch Antworten auf diese offene Frage». Im Grundsatz ist die EVP aber bereit, den Kreditanträgen zuzustimmen.

Angenommen werden die Baukredite auch von der SP-Fraktion. Auf der in Zukunft als Kernfahrbahn gestalteten Schöneggstrasse vermisst die Partei allerdings die Velostreifen auf beiden Strassenseiten, «die dem Langsamverkehr zu angemessener Verkehrssicherheit verhelfen würden». Die Fraktion hofft ausserdem, «dass die Wahl der Pflastersteine für die Sitzplätze neben der neuen Schöneggstrasse ein barrierefreies Betreten ermöglicht und somit keine Probleme für Rollstühle oder Rollatoren darstellen wird».

Grüne sehen Notwendigkeit

Gutgeheissen werden die Baukredite ebenfalls von der CVP- sowie der FDP-Fraktion. Letztere weist darauf hin, dass die Infrastrukturleitungen aus den 1960er-Jahren stammen. Wird die Schöneggstrasse für die Sanierung dieser Leitungen aufgerissen, sei es sinnvoll, den Strassenbelag zu erneuern. Die FDP bedauert allerdings, dass keine Möglichkeit für Besucherparkplätze geschaffen werden.

Auch in den Augen der Grünen ist «die Notwendigkeit der Sanierung» gegeben. «Den lärmarmen Strassenbelag sowie die Umrüstung der Beleuchtung auf LED-Technologie erachten wir als angebracht.» Überdies begrüssen die Grünen die geplanten Trottoirüberfahrten in den Einmündungsbereichen der seitlichen Quartierstrassen sowie den zusätzlichen Fussgängerstreifen bei der Bushaltestelle «Unterführung SBB».

Unbestritten ist das Vorhaben für die SVP. Dass aber die bauliche Ausbildung der Troittoirüberfahrten einer Tempo-30-Zone entsprechen würden, wie in der Botschaft vom Stadtrat ausgeführt, ist für die Partei nicht relevant, denn: «Für die Schöneggstrasse muss als Hauptsammelstrasse auch weiterhin Tempo 50 bleiben.»

Abweichungen nachvollziehbar

Nicht infrage gestellt werden von sämtlichen Fraktionen der Jahresbericht über die «Wirkungsorientierte Verwaltungsführung der Feuerwehr», der Rechenschaftsbericht sowie die Rechnung 2015. Allfällige Abweichungen seien nachvollziehbar. Bei der Rechnung zeigt sich laut CVP auch dieses Jahr, dass die Stadt auf den Ertrag aus dem Vermögen angewiesen ist, um schwarze Zahlen zu schreiben.

Die SVP freut sich zwar über den positiven Rechnungsabschluss. Allerdings: «Leider immer noch negativ ist das Ergebnis aus der betrieblichen Tätigkeit. Hier wäre es wünschenswert, wenn dies langfristig ausgeglichen wäre und nicht mit den Finanz- und übrigen Erträgen kompensiert werden müsste.» (mhu)

Einwohnerrat Freitag, 24. Juni, 19.30 Uhr, Rathaussaal.

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