Der Böllerschuss um 14.14 Uhr schreckt einige auf, andere rufen: «Es geht los!» Bei frühlingshaften Temperaturen setzt sich der Fasnachtscorso ab Kindergarten Dohlenzelg in Bewegung, angeführt von den organisierenden Grufti-Globis.

Musik ertönt und Fasnächtler wie Zuschauer tanzen gemeinsam. In Feierlaune präsentieren sich die Windischer Schwellbaumschränzer, die dieses Jahr 40 Jahre alt sind. Mit weit aufgerissenem Mund und venezianisch-anmutender Augenpartie präsentieren sie sich in den Farben Grün und Blau. Edel der Auftritt der Amphi-Flitzer: Der riesige Schwan blickt auf die Gäste hinab, klassische Ballettfiguren wie in «Schwanensee» gibts keine, dafür vollführt der Eine oder die Andere ein Tänzchen nach verabreichter Konfettidusche. Die Trombongos versprühen in ihren gelb-grauen Gewändern gute Laune und verkünden: «Dihei eschs am Schönschte».

Auch riesige Wagen sind dabei

20 Nummern umfasst der Windischer Umzug. Guggen wie die Häxeschränzer aus Gebenstorf oder die Kumetbach Sürpfler aus Villigen machen mit. Riesige Wagen, wie derjenige der Siggenthaler Flue-Geischter, präsentieren sich auf dem Weg zu Dorfturnhalle. Sie bedauern den «Beizen-Exitus» in der Region und fahren Grabsteine spazieren. Auf dem Wagen steht der Tod mit der Sägesse am Klavier. Die mitlaufenden Flue-Geischter mit ihren furchterregenden Masken verteilen Süssigkeiten.

Zwischen den grossen Fasnachtswagen tauchen kleine Batmen, Indianer oder Cowboys auf, Hippie-Mädchen laufen barfuss (!) mit und stempeln Peace-Zeichen auf Wangen. Witzig auch die Hexen, die ihre Bewegungen sehr gut aufeinander abgestimmt haben. So scheint es zumindest. Bei näherem Hinsehen wird klar: Nur die Hexe in der Mitte ist echt, vor und hinter ihr tanzen Puppen.

Die Besucherin ist beeindruckt

Eine Frau aus Windisch zeigt sich beeindruckt: «Ich war vor zwei, drei Jahren das letzte Mal dabei. Toll, wie sich der Umzug entwickelt hat. Es gefällt mir auch, dass Gruppen aus der weiteren Region dabei sind.» Ein Paar freut es, dass die Kindertagesstätten Wasserschloss und Chinderhuus Simsala mit Kindern und deren Eltern vertreten sind. «Allerdings ist es schade, dass die letzte Nummer des Umzugs nicht richtig zur Geltung kommt, da die Leute sogleich hinterherlaufen.» Die letzte Nummer, das sind die Gorillas von Los Chaos, die mit dem Velo und auf Rollerblades die Gäste unterhalten.

Nach dem Umzug spazieren Fasnächtler wie Gäste gemütlich zur Dorfturnhalle, wo die Guggen das Publikum unterhalten. Die bereitgestellten Festbänke sind besetzt, auf dem Weg zum Festzelt ist kaum ein Durchkommen.

Daniel Hochstrasser, Vize-Präsident der Gruftis, freuts: «Das war ein genialer Umzug. Ich glaube, es waren noch nie so viele Leute dabei. Cool war auch, wie die Menschen am Strassenrand mitgemacht haben.» Zum sechsten Mal organisierten die Gruftis den Kinder-Fasnachtsumzug. Auch das erstmalige «Guggen Warm Up» um 12 Uhr beim Gemeindehaus war ein voller Erfolg und kommt gemäss Daniel Hochstrasser auf die Fasnachts-Agenda. «Das ist ab jetzt fix», sagt der blau-gelb geschminkte Globi und verschwindet im Festzelt.