An seiner Sitzung am Freitagabend hiess der Brugger Einwohnerrat (45 von 50 waren anwesend) die vom Stadtrat ausgearbeiteten drei Anträge gut. Neu ist, dass die Stadt künftig nicht mehr die Institutionen subventionieren wird (Objektfinanzierung), sondern die Unterstützungsbeiträge auf Gesuch hin direkt an die Eltern auszahlt (Subjektfinanzierung). Das heisst, die berufstätigen Eltern können frei wählen, wo sie ihre Kinder von 0 bis Ende Primarschule schulergänzend betreuen lassen wollen. Der Beitragssatz ist pro Einkommensstufe festgelegt.

Controlling ist wichtig

Stadtrat Willi Däpp (SP) betonte, dass man bei dieser Vorlage aufgrund des Systemwechsels in der Finanzierung Annahmen treffen musste und ein Controlling über Jahre unumgänglich sein werde. Dass die kantonale Vorgabe umgesetzt werden muss, wurde von keiner Partei infrage gestellt. So sagte der Einwohnerrat ohne Gegenstimme Ja zum Ausbau und zur Professionalisierung der schulergänzenden Tagesstrukturen sowie zum entsprechenden Kinderbetreuungsreglement.

Da der Vollzug des Kinderbetreuungs- und Elternbeitragsreglements zusätzlichen Aufwand bei der Stadtkanzlei verursachen wird, beantragte der Stadtrat die Schaffung von netto 20 Stellenprozenten ab Mai 2019. Dafür wurde ein jährlich wiederkehrender Kredit von gegenwärtig 20 000 Franken sowie ein einmaliger Kredit von 5000 Franken vorgesehen.

Gute Software reicht

Im Namen der SVP stellte Patrick von Niederhäusern diesen vorauseilenden Gehorsam infrage. Man könne sich an der Privatwirtschaft orientieren. Mit einer guten Software, liessen sich die Gesuche effizient behandeln. Däpp betonte, dass der Bedarf für den Mehraufwand ausgewiesen sei. Die Beitragsgesuche müssten geprüft, das massgebende Einkommen und die Rechnungen kontrolliert sowie das Geld ausbezahlt werden. Schliesslich wurde die Schaffung von netto 20 Stellenprozenten mit 37 Ja- zu 7 Nein-Stimmen gutgeheissen.

Erneut ohne Gegenstimme wurde in der Folge das Postulat von Michel Indrizzi (FDP) betreffend Tagesstrukturen der Stadt Brugg von 2015 abgeschrieben.