Bözberg

Kinder lernen richtiges Verhalten im Bus und an der Haltestelle

Schüler beobachten die Vollbremsung des Bus-Chauffeurs.

Schüler beobachten die Vollbremsung des Bus-Chauffeurs.

Postauto Schweiz schult Bözberger Kindergärtler und Primarschüler bis zur dritten Klasse mit Anschauungsunterricht.

«Was denkt ihr, wie lange dauert es, bis ihr alle ins Postauto eingestiegen seid und einen Sitzplatz gefunden habt?», will die Postauto-Instruktorin an diesem kalten Märzmorgen an der Bözberger Bushaltestelle «Ursprung» von den Kindern wissen. «40 Sekunden, eine Minute», rufen die Zweit- und Drittklässler. Sie liegen falsch. Nach lediglich 15 Sekunden hat die gut 20-köpfige Kinderschar im Bus Platz genommen.

Der Instruktorin wird sofort klar: Sie hat es mit routinierten ÖV-Passagieren zu tun. Denn in der Gemeinde Bözberg gehen die meisten Kindergärtler und Primarschulkinder mit dem Bus zur Schule. Die Postautoschulung auf dem Bözberg wurde organisiert, weil festgestellt wurde, dass sich die Kinder auf dem Schulweg nicht immer richtig verhalten, was zu gefährlichen Situationen führen kann, wie Lehrerin Verena Rodriguez am Rande der aussergewöhnlichen Schulstunde erklärt.

Bestens gelaunt singen sie «Tütato, ds Postauto»

Seltsamerweise hat keines der Kinder die vorderste Türe zum Einsteigen genutzt. Die Instruktorin zeigt den Schülern deshalb auf, dass sie sich an der Haltestelle mit genügend Abstand zur Fahrbahn schon verteilt aufstellen könnten, um alle drei Eingänge optimal zu nutzen. Dann ginge das Einsteigen sogar noch schneller.

Die Kinder hören aufmerksam zu, steigen erneut ein und lassen sich vom Chauffeur auf einer Extrafahrt in der Gemeinde her­umfahren. Gut gelaunt singen sie «Tütato, ds Postauto» und andere bekannte Lieder. Ein Mädchen erzählt der Instruktorin später, dass ein stehender Kindergärtler im Bus auch schon einmal hinfiel und sich verletzte, weil er sich nicht richtig festgehalten hatte. Deshalb, so die Schulungsleiterin, sei es sehr wichtig, sich mit beiden Händen festzuhalten, falls man keinen Sitzplatz findet, was bei den Schülern ab und zu vorkommt.

Der verträumte Moritz will einfach nicht hinfallen

Bei der Haltestelle «Oberer Hafen» sollte den Kindern demonstriert werden, wie eine Puppe namens Moritz, die einen verträumten Passagier symbolisiert, vom Sitz fällt, wenn der Chauffeur eine Vollbremsung macht. Zweimal kommt der Bus mit gut 20 Stundenkilometern gefahren und hält vor den Kindern abrupt an. Doch Moritz, der zum Schutz einen Velohelm trägt, befindet sich noch immer am gleichen Ort. Das zeige nun, wie sorgfältig der Chauffeur anhalten könne, kommentiert die Instruktorin mit einem Augenzwinkern. Zurück an der Haltestelle «Ursprung» laufen alle via Treppe durch die benachbarte Fussgängerunterführung zurück zum Ausgangspunkt.

An diesem Morgen erhalten die Kinder zudem Tipps, wie sich am besten verhalten, wenn sie die Haltestelle zum Aussteigen verpassen oder das Billett in der Schule vergessen haben. «Habt keine Angst, meldet euch beim Chauffeur! Er hilft euch gerne», so die Instruktorin.

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