Kinder leben bekanntlich in ihrer ganz eigenen Welt. Lego, Playmobil oder Barbies sind auch heute noch angesagt. Umso grösser scheint die Herausforderung, einem Kind die Aufgaben eines Ingenieurs vorzustellen.

Am «Tag der Ingenieure» versuchten Ingenieure und Lernende von AF-Consult Switzerland aus Dättwil am Freitag, acht- und neunjährigen Kindern ihr Aufgabenfeld schmackhaft zu machen. Die Gäste brachten dutzende Kisten Legosteine und Helme ihrer Firma mit. In einer kurzen Einführung wurde die Klasse in Dreiergruppen unterteilt. Ziel war es, eine Stadt zu bauen. Jede Gruppe erstellte dazu einen bestimmten Teil. Zugstrecke, Autobahn, Hafen oder Naturpark; diese Gebiete mussten die Kinder zusammenbauen.

Enthusiastisch gearbeitet

Die Kinder machten sich voller Elan an die Arbeit. Pro Gruppe trug jeweils ein Kind einen Helm. «Der Helm ist zwar cool, aber er fällt mir immer vorne runter», sagte ein Mädchen der Klasse.

Energisch wurden Gleise zusammengesteckt, Gebäude gebaut und Autos erstellt. Die Kinder blühten richtiggehend auf und waren sich einig: «Die Stunde ist viel besser als Mathematik oder Deutsch.» Ein Mädchen schien zusätzliche Lego-Expertin zu sein. «Ich habe ein ganzes Regal voll zu Hause. Es gehört ganz alleine mir», sagte sie stolz.

Eine Idee, die zu früh kommt

Den Beruf des Ingenieurs kannten die Kinder noch nicht wirklich. Einigen gefällt aber die Vorstellung, Sachen zu bauen. Ein Schüler hat sogar klare Zukunftspläne. «Entweder werde ich Legobauer oder Ambulanzfahrer. Hauptsache, ich habe ein Auto mit Sirenen.»
Den meisten stellt sich die Frage nach dem künftigen Beruf noch zu früh. Sie genossen lieber die zwei Stunden und bauten im «Teamwork» konzentriert ihren Teil der Stadt weiter.

Die Ingenieure waren ebenfalls mit Herz und Seele mit dabei und unterstützten die Kinder bei ihren kleinen Bauprojekten. Ihr Versuch, den Kindern den Beruf des Ingenieurs näher zu bringen, blieb aber an der Oberfläche. Die Kinder hatten zwar Spass und waren dankbar für die tollen zwei Baustunden und die Geschenke am Schluss, doch mit dem Bau einer Stadt ist der Beruf noch nicht erklärt. Dafür waren die Kinder schlichtweg noch zu jung. Freude hatten sie aber allemal.