Windisch
Kinder auf den Spuren von Martin Luther

Für 38 Zweit- bis Viertklässler sind die Frühlingsferien mit einer Zeitreise gestartet – dem «Lager Dihei» der reformierten Kirchgemeinde. Es ging 500 Jahre zurück – ins Mittelalter zu Martin Luther.

Drucken
Teilen
Die Kinder und Leiter des «Lager Dihei» üben den Hochzeitstanz. ZVG

Die Kinder und Leiter des «Lager Dihei» üben den Hochzeitstanz. ZVG

zvg Ruedi Kümin

Mittelalterliche Musik, Dunkelheit. Und dann: seltsam altmodisch angezogene Leiter, die einen mit Wörtern wie «ave» oder «salve» begrüssten und erstaunt den Rucksack, die Dächlikappe und Wanderschuhe begutachteten.

Das waren wohl die ersten Eindrücke der Lagerkinder in Windisch, die mit Sack und Pack durch den langen, dunklen Blachenschlauch gekrochen kamen. Kaum im Mittelalter angekommen, zeigte das elfköpfige Leiterteam den Kindern, wie sie sich aus einem Jutesack ein für die Zeit passenderes Kleid zaubern können.

Vorsingen beim Landvogt

In der Kirche wurden lateinische Lieder gesungen und der junge Martin begann, seine Geschichte zu erzählen. Anschliessend lernten die Kinder den Landvogt Friedrich kennen, der sie durch den mittelalterlichen Markt führte. Üben konnte man sich im Schwertkampf, im Bogenschiessen und im Apfelbeissen, oder einen Holzlöffel schnitzen, einen Knopf für sein Jutekleid herstellen, sich Verpflegung kaufen, einem Gaukler zuschauen und sein eigenes Namenskärtchen bedrucken. Ging einem das Geld aus, brachte das Vorsingen beim Landvogt wieder Münzen ein.

Es folgte der zweite Teil der Geschichte, in dem Luther über die Missstände der Kirche und seine Ängste berichtete. Der erste Lagertag endete mit einem nicht für alle Gruppen gleich fairen Geländespiel und einer anschliessenden Gruppenauswertung, bei der das Thema Gerechtigkeit thematisiert und Parallelen zum Leben Luthers gezogen wurden.

Suche führte nach Hausen

Der Dienstag war für die Leiter der längste Tag. Nachdem sie am frühen Morgen an der Kirchentür die aufgehängten Thesen von Luther antrafen, mussten die Leiter feststellen, dass er nicht mehr auffindbar war. Mit Proviant ausgestattet und der auf den Jutekleidern aufgedruckten Lutherrose startete dann die erlebnisreiche Suche nach Martin Luther. Von verschiedenen Personen gab es Hinweise. Allmählich wurde klar, dass Luther noch lebt, jedoch entführt wurde. Die Suche endete bei der Kirche Hausen alias Wartburg, wo die Suchenden einen Mann namens Junker Jörg antrafen. Schnell wurde klar, dass dies der verschwundene Martin war. Er liess die Gruppe dort in zwei Zimmern und draussen vor der Kirche Schlafplätze und Biwaks einrichten sowie zu Abend essen.

Am Mittwochmorgen erwartete Luther die Lagerteilnehmer mit einer riesigen Neuigkeit. Er hatte sich in Katharina von Bora verliebt – und das als Mönch! Und noch besser: Er lud alle zu seiner Hochzeit ein, die schon am Nachmittag stattfinden sollte. Schnell hat sich die Gruppe in die Hochzeitsvorbereitungen gestürzt. Katharina von Bora wurde gespannt erwartet und die Hochzeitszeremonie war eindrücklich. Als Lagerabschluss durften alle ein dreigängiges Festessen und ein riesiges Dessertbuffet geniessen. (AZ)

Aktuelle Nachrichten