«Alle haben Ideen eingebracht», zieht die 12-jährige Vera an der Eröffnung der neuen Spiel- und Begegnungsplätze auf dem Lindhofareal in Hausen Bilanz. Sie ist eine der 28 Schüler, die 2012 zusammen mit ihrer Klassenlehrerin Juliana Venema am Begegnungsplatz-Projekt mitgearbeitet haben.

«Wir haben mit allen geredet, ich zum Beispiel mit meinen Eltern, Grosseltern und auch mit kleinen Kindern. Von allen wollten wir wissen, was ihre Bedürfnisse für einen Spiel- und Begegnungsplatz sind», sagt ihre Kollegin, die 13-jährige Amira.

Da ist einiges an Material zusammengekommen. Gerade mal sechs Wochen hätten sie Zeit gehabt, das Projekt aufzugleisen, sagt Juliana Venema – 15 Spielgeräte gehörten schliesslich zu denjenigen, die auf Plakate gemalt und von jedem Kind mit Punkten versehen wurden. Je mehr Punkte, desto beliebter. Diese Favoriten wurden dann an der Sommergmeind 2012 von den Fünftklässlern vorgestellt. Das Projekt überzeugte und so wurde denn der Kredit von 165 000 Franken problemlos durchgewunken.

Das Thema eines öffentlichen Spiel- und Begegnungsplatzes sei nicht neu, eröffnete Gemeindeammann Eugen Bless die Eröffnungsfeier. Nachdem das Lindhofareal als geeignet befunden wurde, habe man mit einer Projektgruppe, bestehend aus Vertretern von Schule, Kindergarten, Schulleitung und Hauswartung, erste Ideen aufgegleist.

Mit von der Partie war auch die 5. Klasse von Juliana Venema, die in Zusammenarbeit mit der Pädagogischen Hochschule FHNW eine Machbarkeitsstudie erarbeitete.

Im Frühling begannen die Umsetzungsarbeiten. «Was noch fehlt, ist eine Aussentoilette», sagt Gemeindeammann Eugen Bless. Der Turm beim Spielplatz sei sehr beliebt, auch zur Verrichtung der kleinen Notdurft. Dem wolle man so Abhilfe schaffen. Aber nicht nur der Turm überzeugt die Kinderschar, sondern etwa auch die Röhrenrutschbahn, die Nestschaukel oder die Balanciermöglichkeiten.

Geschätzt wird auch das Spielhaus, das Rinnensystem mit Wasserrad und die Schaukel beim Begegnungsplatz hinter der Bibliothek. Äusserst begehrt sind die Trampoline beim Schulhaus.

Fünftklässler als Raumplaner

Mit der Einbindung von Kindern in Entscheidungsprozesse wolle man deren Handlungskompetenz fördern, sagt Patrick Isler-Wirth, Professur für Bildungstheorien und interdisziplinären Unterricht an der Pädagogischen Hochschule FHNW.

Wichtig dabei sei, dass man die Meinung der Kinder respektiere und sie auch urteilsfrei entscheiden lasse. Dieses Konzept basiert auf dem Service-Learning, das aus den USA stammt. Service-Learning macht Kinder und Jugendliche mit dem gesellschaftlichen Engagement vertraut.

Die Lernenden erwerben wichtige Kompetenzen, in dem sie Projekte für ihre Gemeinde im Schulunterricht planen und durchführen. Die Lehrpersonen werden dabei von der Pädagogischen Hochschule FHNW mit Lehrmitteln und die Gemeinderäte mit passenden Tools unterstützt.