Riniken
Keine Wohnungen mehr an Sozialfälle: Nationalrätin Humbel spricht von Nötigung

Die Gemeinde Riniken rät den Vermietern, die leeren Wohnungen nicht mehr an Sozialhilfebezüger zu vermieten. Das erntet Kritik in der Politik, aber auch Wohlwollen bei einem betroffenen Vermieter.

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Sozialhilfeempfanger sind nicht mehr erwünscht: Die Gemeinde Riniken im Aargau hat die Vermieter von Wohnungen kürzlich in einem Brief augerufen, ihre Wohnungen nicht mehr an Sozialhilfeempfänger zu vermieten. Die Sozialhilfekosten sind in der Gemeinde mit 1500 Einwohnern um 300 Prozent gestiegen, von 80'000 auf über 250'000 Franken pro Jahr.

Mit einem Trick versucht die Gemeinde zudem, die Vermieter auf den von ihr gewünschten Weg zu bringen: Die Mietzinszahlungen der Sozialhilfeempfänger werden nicht mehr direkt an die Vermieter überweisen, sondern an den Sozialhilfeempfänger selbst. So müssen die Vermieter selbst schauen, wie sie zu ihrem Geld kommen.

Für die Aargauer CVP-Nationalrätin Ruth Humbel grenzt das an Nötigung: "Wenn die Eigentümer das Geld nicht mehr pünktlich bekommen, werden sie doppelt vorsichtig und ihre Wohnungen kaum mehr an Sozialhilfeempfänger vermieten", sagt sie gegenüber Tele M1.

Wohlwollen mit dem Vorgehen der Gemeinde zeigt der 6-Familien-Haus-Besitzer Ernst Obrist: "Bei kleineren Gemeinden finde ich das gar nicht so schlecht, dass die Gemeinde dem Vermieter sagt, er solle ein bisschen schauen, an wen er seine Wohnungen vermietet."